Samstag, 1. September 2012

Kleiderschränke

Wohin bloß mit all den Kleidern?

Ich habe ja großen Spaß an all den Näh- und DIY-Blogs für schöne Kleider und das Drumherum. Die finde ich inspirierend und lehrreich - und rätselhaft. Besteht wirklich bei irgend jemandem der Wunsch nach 365 Kleidern, für jeden Tag des Jahres eins? Ich staune immer wieder, wie viel Neues genäht wird...

Ich habe mal in meinen Kleiderschrank gesehen. Da hängen durchschnittlich 36 Kleiderbügel auf dem Meter. Bei meinem Mann auch. Ich finde das schon ziemlich eng gehängt und hätte es eigentlich gern etwas luftiger. Aber so brauchte ich für 365 Kleider etwa 10 m Kleiderschrank von 60 cm Tiefe. Das wären mindestens 10 Quadratmeter Wohnfläche - denn selbst bei Schiebetüren muss man ja noch davor stehen können, um einen Bügel rausnehmen zu können. Bei uns liegt der Mietpreis laut Immoscout zwischen 6,60 und 8,00 Euro, vergleichbar durchaus zu großen Teilen Berlins. Also, selbst wenn ich 10 Kleiderschränke von 1m Breite besäße und nicht neu anschaffen müsste, würde ich jährlich allein für meine Kleider etwa 900 Euro Miete bezahlen. Nur für die Unterbringung meiner Garderobe. Mindestens. Denn ich bin noch gar nicht sicher, ob der Platz über meinen Kleidern ausreichen würde, auch noch Pullover und Jacken und Mäntel und Unterwäsche und Nachtwäsche und Badeanzug und Sportsachen... unterzubringen.

Mir steht gar nicht der Sinn nach VIELEN Kleidern. Die würde ich ja glatt vergessen, wenn sie ungebügelt in irgend welchen Fächern und Kisten auf Wieder-Entdeckung warteten. 
Mir steht eher der Sinn nach ausschließlich WUNDERSCHÖNEN Kleidern, wobei für mich auch Hosen zu Kleidern zählen, keine Frage. Ich glaube, ich hatte nur in jugendlichem Alter den Wunsch, mit der Mode zu gehen. Mode war damals auch viel "vorbildlicher", weil es jeweils nur einen modischen Look gab. Zur Zeit der Miniröcke konnte man gar nichts anderes kaufen. Nirgendwo. Außer natürlich Alte-Frauen-Röcke in gedeckten Farben. Zur Zeit der Schlaghosen wäre alles andere UNTRAGBAR gewesen - ein Nebeneinander unterschiedlicher Stile gab es nicht so wie heute.
Als Protest gegen die Diktatur der Mode blieb damals für mich nur die Jeans als Alltagskluft und für besondere Anlässe das selbst entworfene, extraordinäre Etwas, von Muttern genäht. Und diese Teile habe ich jahrelang mit Begeisterung getragen, weil sie so schön waren. Mein blaues, großgeblümtes Hochzeits-Hosenrock-Kleid zuletzt zur Silberhochzeit. 
Jetzt, da ich noch ein ordentliches Stück gewachsen bin, steht also für mich an, nicht viele, sondern nur noch richtig schöne Sachen für mich zu nähen.
Bloß, wohin mit den Sachen, die blöd zu bügeln sind, eine Farbe haben, die mich blass macht oder die ich aus einem anderen Grund nicht gerne trage? Was macht ihr da?

Mittwoch, 29. August 2012

Hundehose

Hurra, der MMM geht weiter!

Danke dem neuen Team, das ab jetzt die Arbeit macht - und danke nochmals Catherine, die die Idee bisher allein umgesetzt hat.

Hier zeige ich euch meine "Hundehose". Wenn meine kleine, wuschelige Lieblingstöle nämlich erhitzt ist vom Toben, geht sie in jedes auch noch so schmuddelige Wasser zum Abkühlen. Und wenn sie sich anschließend schüttelt, spritzt das METERWEIT!


Eigentlich würde ich einen solchen Camouflage-Stoff ja für eine Dame meines Alters zum no go erklären, wenn ich wie Bronte meinen Kleiderschrank für die Frau ab 50 inspiziere. Aber auf dem Rad ist die Hose ok, weil sie unten eng genug ist, um nicht in die Speichen zu kommen. Und im Wald mit meinem Hund ist sie prima, weil man die Dreckspritzer nicht sieht. Ehrlich nicht. Überhaupt nicht. Die könnte ich tagelang tragen, ohne dass es auffällt, wenn sie bespritzt ist...

Ein Detail des Schnittes möchte ich noch vorführen: etwa auf Wadenhöhe war der Schnitt geteilt. Gerade Hosenbeine und unten jeweils vorne und hinten ein Trapez separat vorgesehen, das ans Hosenbein angenäht werden sollte.
Was soll das?

Ich habe mir überlegt, dass diese Naht vielleicht stabilisieren soll. Also habe ich die beiden Schnittteile mit einem Abstand von 1cm aneinandergelegt und zusammen zugeschnitten. An der Stelle, wo die "Schnittstelle" vorgesehen war, habe ich einfach eine Kappnaht gemacht. So passt das Muster einigermaßen und ich musste keine Nahtzugaben versäubern an der Stelle.

Und hier könnt ihr sehen, mit wie viel Vergnügen die anderen MMM-Frauen in die neue MMM-Saison gestartet sind.

Sonntag, 26. August 2012

Alter und Mode


Kleine Ode an meine alte Mutter - so habe ich sie gern in Erinnerung!


Keine Bange, jetzt kommt keine komplizierte Tochter-Mutter-Geschichte. Ich verdanke meiner Mutter einiges für meine Entwicklung, u.a. auch Unterstützung für Haltungen und Ansichten, die sie selbst nicht teilen konnte. Lange Jahrzehnte lebte sie in meinen Augen viel zu konventionell. Aber was mir auch jetzt noch Mut macht: an ihr habe ich hautnah erleben können, dass man auch in fortgeschrittenem Alter verfestigte Ansichten ändern und alte Zöpfe abschneiden kann. Sie war eine gelernte (und sehr geschickte) Schneiderin und hätte früher NIE solch eine Jacke (wie oben) genäht: "Die sitzt ja gar nicht! Die Ärmel können ja gar nicht sitzen...!" Ich kann mich noch erinnern, dass bei uns diese Schnitte rumlagen, die heute unter Vintage oder Retro laufen. Und ich kam aus Skandinavien aus dem Urlaub wieder und wollte einen Kittel mit gerade eingesetztem Ärmel haben, wie ich ihn da gesehen hatte. So etwas gab es um 1970 hier nicht zu kaufen. Das hat mich EIN JAHR Argumentieren gekostet, bis sie mir so einen Leinenkittel (heute: Tunika) genäht hat. Unter Protest. - Und je weißer ihre Haare wurden, desto lockerer wurde ihre eigene Kleidung. Kein-Haare-Färben-mehr ging einher mit bequemerem und fröhlicherem Outfit. Und überhaupt mehr Offenheit für Neues und Fremdes. Beispielsweise an einem sonnigen Wintertag offen Kabrio fahren (gut) und wenn man Durst hat, auch mal koffeinhaltige Limonade aus der Flasche trinken (zweimal bäh). Immerhin zwei neue Erfahrungen...



Jedenfalls würde diese meine Mutter sich mordsmäßig freuen, dass ihre Erstgeborene nach Jahrzehnten der modischen Ignoranz und der Jeans+Bluse-Kombis sich neuerdings für Mode interessiert - und dass ich mir selbst Kleider auf den Leib schneidere! Um nicht über meine "neue Mitte" zu lamentieren, sondern sie schön anzuziehen. Das war nämlich meine Überlegung zu dem Dilemma des Weicherwerdens und Andersförmigerwerdens - mein Hausarzt nannte das despektiertlich "Matronenspeck" - und dem Missgefallen daran. Keine Röhrenjeans mehr, weil zu eng.  Mal Neues probieren und selbst-schneidern.

Allgemeingültige no goes gibt es für mich nicht grundsätzlich. Früher wären für mich Leggins unter Röcken nicht gegangen, jetzt habe ich mich an den Anblick gewöhnt und auch schon selbst probiert und für tragbar gefunden. Orange steht mir nach wie vor nicht zu Gesicht. Dafür habe ich Grün als Farbe für mich entdeckt. Jetzt wird Blau etwas zurückgedrängt (keine Kombinationen zu Jeans mehr notwendig). Faltenröcke und Schottenkaros oder klassische Kostüme ohne jeden Pfiff haben mir noch nie gefallen und ich denke, das werden sie auch mit zunehmendem Alter nicht tun. Aber was für mich gilt, muss für andere Frauen ja nicht gelten: Ich habe eine Freundin, die mit 60 noch ein aufregend enges Kleid mit Grandezza trägt - ein großer Auftritt ist ja nicht an Jugend gebunden!
Und ich bin gespannt, wie die Diskussionen um altersgemäßen Kleidungsstil bei Bronte und anderen sich entwickeln wird.

gestreift


Meike hat ja zu Anfang des Sommers zum Streifenmonat Juli/August aufgerufen - und ich habe mich sehr drauf gefreut. Ich mag nämlich Streifen sehr gern. Und zwar in allen möglichen Variationen: Ton in Ton beispielsweise als Cord-Rippe oder seidigglänzend/matt. Dezent gestreift in Farbtönen ähnlicher Farbintensität. Oder auch mit starken Kontrasten, z.B. in Komplementärfarben. Eigentlich mag ich Streifen als Muster von allen Mustern am liebsten. (Am allerliebsten mag ich ungemusterte Stoffe in tollen Farben.)

Vorzuzeigen habe ich aber leider nicht viel Neues:


Neu habe ich mir nur zwei Hosen nach bewährtem Schnitt genäht, einmal zart grün-grau gestreift, passend zu diesem oder diesem Shirt. Aus einer seidig anmutenden, ganz weich fallenden Viskose. Die den GROSSEN Vorteil besitzt, dass keine Hundehaare kleben bleiben. Das hat mich dermaßen begeistert, dass ich nach einem weiteren Streifenstoff mit ähnlichen Eigenschaften ausgeschaut habe. Und fündig wurde bei einem schwarz-blauen Streifen, der z.B. sogar unter mein neues Seidenkleid passt. (Auf meinem Monitor erscheint das jetzt blau-blau, ist aber definitiv schwarz-blau, also auch bequem mit Schwarz zu kombinieren. Blautöne zu untereinander zu kombinieren ist ja erstaunlich heikel...) . Zwei prima Sommerhosen für mich, die sich sowohl bei der Hitze der letzten Tage als auch auf dem Fahrrad schon bewährt haben.

Allerdings habe ich auch - zu meiner Zufriedenheit - festgestellt, dass ich mich nicht treiben lasse. Die gestreiften Stoffe in meinem Fundus müssen noch etwas warten, bis die vagen Ideen in meinem Kopf konkretere Gestalt annehmen.

Und dann hat Meike noch nach Sorgfalt o.ä. beim Arbeiten gefragt: Also ich streng mich ja immer an, ich mühe mich auch auf jeden Fall, die Streifen auch de facto so aufeinander treffen zu lassen, wie ich es gedacht habe - allein, es gelingt nicht immer. Ich weiß ja nicht, ob es Altersweisheit ist, aber ich denke mir: Du nähst erst seit einem knappen Jahr. Es ist jetzt vielleicht nicht optimal, aber Übung macht den Meister und nächstes Mal wird es schon besser. Wenn ich glaube, es noch verbessern zu können, trenn ich auch mal wieder auf. Ich kann aber auch mit kleinen Fehlern leben. Ich würde jetzt auch niemanden auf kleine Fehler stoßen, um mir selbst das Vergnügen an meinen Klamotten zu vermiesen, ich bin doch keine Masochistin. Andererseits bin ich offen für konstruktive Kritik. Wenn also jemand Tipps und Tricks loswerden will, um einer relativen Anfängerin wie mir die Technik des Nähens näher zu bringen - immer her damit!
Auf dass die Verarbeitung der nächsten Streifen perfekter werde...

Mittwoch, 22. August 2012

Und wenn ihr nicht werdet wie die KInder

Also, ich werde wohl in den Himmel kommen: 
Meine Freundin hat eine schöne bunte Kette - UND ICH MÖCHTE AUCH SO EINE - GENAU SO EINE!

(Die verkneife ich mir schon seit zwei Jahren, obwohl sie sooo schön ist...)

Samstag, 18. August 2012

The Lovin' Spoonful - Summer In The City (Hot Mono 45)

Und hier der passende Song zum letzten Post, der mir den ganzen Tag nicht aus dem Sinn geht - manchmal hätte ich schon gern noch einmal die heißen 60er-Jahre-Tage und -Nächte  zurück...

Edit: Ich sehe gerade, dass der ursprüngliche Link nicht mehr funktioniert. Hier das gleiche Stück von good old Joe Cocker.

Manchmal denke ich daran: wenn ich dereinst mit meinesgleichen die Altersheime bevölkere - das wird rocken!

Donnerstag, 16. August 2012

Summer in the City


Hier kann man den Sommerurlaub perfekt zu Hause verbringen. Mitten in der Stadt wurden zwei Sandflächen aufgeschüttet. Dort wo sonst nur Autos parken ist den ganzen Tag Leben. Wunderbar! Schon wochenlang. Leider nur noch bis Sonntag.

                                                                                                           
In der Mitte des Platzes ist ein großer Brunnen, der bei den herrschenden Temperaturen als Planschbecken genutzt wird.










Man KÖNNTE auch unter den Wasserbögen durchlaufen, ohne nass zu werden - aber wer will das schon?










Auf der einen Seite ist ein Kleinkinder-Spielplatz. Hier sammeln Freiwillige allabendlich Liegestühle, Schirme und Spielzeug ein und geben es am nächsten Morgen, wenn der Sand zen-mäßig gerecht ist, wieder aus.



Auf der anderen Seite ein Beach-Volleyball-Feld für die Größeren.
Dazwischen ist ein Veranstaltungszelt für Musik, Tanz, Lesungen und alle möglichen Veranstaltungen.
Alles ohne Eintritt. Alles von Freiwilligen/Laien organisiert.

Danke! Ihr seid meine Helden des Alltags.
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