Heute trage ich die gleichen Kleider wie vor zwei Wochen, in denen man auch
Frühsport machen könnte - siehe da. Ich bin überhaupt so eine, die nicht viele Kleider braucht, aber am liebsten nur schöne. Lieblingsklamotten eben. Die könnte ich dann auch täglich tragen. Jetzt nicht gerade zwei Wochen lang, aber doch fast ständig, wenn es den Temperaturen und der Stimmung entspricht. Und soviel sei verraten: Ich leide nicht unter Stimmungsschwankungen...#
Aber heute heißt es für mich: Rein in die Klamotten, raus aus den Klamotten. Ich säume nämlich gerade meine neue rote Jacke und schwitze dabei Blut und Wasser.
Und zu der gibt es eine kleine Geschichte: Vor Jahren, als ich noch jung und schön war und noch Kleidergröße 38/40 trug, leistete ich mir einmal einen knallroten Wollmantel, der fast bodenlang war und geschnitten wie ein Bademantel - verschlusslos, Bindegürtel, Riesenkapuze. Der Mantel war auch damals außergewöhnlich und deshalb allein fand ich ihn schon schick. Allerdings hatte ich nach einiger Zeit stets die Assoziation: Ringer oder Boxer auf dem Weg zur Kampfstätte. Geht also gar nicht. Außerdem war das Teil einfach zu warm um es zu Hause als Strickjackenersatz zu tragen. Und auch zu kratzig. Aber eben so wunderschön rot...
Weil ich also den Stoff so schön finde - und sich keine modebewusste Frau in meinem Umkreis findet, die einen kratzigen Mohair-/Wollmantel tragen würde, habe ich mich auf die Suche nach einem Jackenschnitt gemacht. Gesucht war eine kurze (!) Jacke, die gefüttert sein musste. Und in der Burda 2/2012 bin ich schließlich fündig geworden:
Mit Änderungen: den trompetenförmigen Ärmel mochte ich nicht, den habe ich gerade zugeschnitten. Auch der Kragen hat mir nicht gefallen, und weil ich doch meist irgend welche Tücher oder Schals trage, habe ich den Kragen einfach weggelassen. Was mich - neben dem Futter - so gereizt hat, ist die Kellerfalte im Rücken. Die mag ich bei kurzen Jacken ausgesprochen gern.
Dies ist also meine erste gefütterte Jacke. Ich hatte da manchen Knoten im Kopf und fand die Anleitung für eine nicht ganz so geübte Schneiderin jetzt nicht sooo eindeutig oder gut verständlich... aber es wird passen.
Dies ist zur Zeit der Stand der Dinge:
Damit es nicht kratzt, habeich die Ärmelsäume mit Samt verbrämt. Das gefällt mir schon mal sehr gut.
Und ausziehen werde ich die Jacke auch gern, weil man erst dann das hübsche Futter sehen kann, das hier noch unter der Jacke hervorblitzt: strahlendes Grau mit roten und weißen stilisierten Blumen.
Leider muss ich den Saum im Bereich der Falte noch einmal neu machen, weil er da zu lang geworden ist. Das ist jetzt auch nicht mehr die Welt. Aber ich war froh über die Hilfe meiner Freundin, denn allein habe ich das nicht sehen können.
Und den rückwärtigen Teil des Futters muss ich noch säumen. Ich habe die Anleitung so verstanden, dass im Bereich der Vorderteile das Futter auf der Hälfte des Jackensaumes angenäht wird, dass das Futter im Rückenteil aber nicht fixiert wird sondern separat gesäumt. Kann das sein?
Hier beim allwöchentlichen
MeMadeMittwoch präsentiert heute Juli/Kirschenkind zum letzten Mal im Jahr 2013 große und kleine, dicke und dünne, alte und junge Frauen in selbstgenähten Kleidern.
Ihr sei stellvertretend für die ganze Crew gedankt, dass es diese wunderbare Einrichtung gibt, durch die ich eine Menge gelernt habe, einige ganz tolle Frauen kennengelernt habe und die mir (fast) jeden Mittwoch viel Vergnügen und Anregung bietet. Ich freu mich schon auf die Fortsetzung im nächsten Jahr!