Mittwoch, 3. Mai 2017

Veilchen und Rose

Eigentlich wollte ich heute gar nicht bloggen, weil ich heute vormittags eher gestreift rumgelaufen bin und  heute beim MeMadeMittwoch Blumen das Motto sind.

Aber dann ging mir die ganze Zeit ein Spruch im Kopf herum: 
Blüh wie das Veilchen im Moose, 
sittsam bescheiden und rein. 
Nicht wie die stolze Rose, 
die stets nur bewundert will sein. 
(Oder so ähnlich.)

Und dann habe ich mir meine Rosen-Jacke geschnappt und Ausschau gehalten nach einem Veilchen. Nur um kundzutun, dass ich den Spruch schon seit alters her ziemlich doof finde. Weil man den nämlich vorwiegend (ausschließlich?) Mädchen vorgehalten hat. Für mich fand ich das nicht erstrebenswert.
An Veilchen mag ich die Farbe und mehr noch, dass sie mit die ersten sind, die im Frühjahr blühen.


An Rosen liebe ich vor allem den Duft. Blumen finde ich für klugscheißerische Lebensweisheiten ungeeignet. Ich mag beide - und bei den Menschen freue ich mich, dass wir nicht alle gleich sind...

Die Jacke habe ich hier schon mal beschrieben mit Burdaschnitt und Details. Und die Hose ist nach diesem Schnitt gearbeitet, allerdings bequemer Weise mit einem Elastikbund.

Und später gehe ich beim MMM nachsehen, ob wir heute in Blumen schwelgen können - oder doch eher in Streifen...

Mittwoch, 14. Januar 2015

Refashion

Auch wenn ich im Grunde meiner Seele farbenfroh eingestellt bin - im Herbst/Winter ist mir doch häufig nach Grau in Grau. Ob das Mimikri ist und ich nur nicht auffallen will? Wenn es zu gräulich wird, greife ich dann doch gern mal zu Knallrot, Pink, Neongrün oder Maisgelb - so richtig wohltemperiert bin ich wohl selten.

So trage ich seit Jahren gerne einen taillenkurzen Wollpullover, aus dem ich aber leider im Laufe der letzten Jahre rausgewachsen bin.

Irgendwo habe ich schon mal gezeigt, dass ich den Pullover einfach vorne aufgeschnitten und die Kanten mit einem Overlockstich in Rot versäubert habe.
Allerdings hatte ich immer den Eindruck, dass die Jacke wie eingelaufen aussieht. Ich kann mich von so einem Teil aber nicht trennen, wenn mir etwas so gut gefällt wie die Farbe und das Material.

Also ist eine Erweiterung fällig...





Und etwas Abstand zu den folgenden Fotos (Sonst gibt es Augenkrebs...)

Und so sieht der Pullover/die Jacke jetzt aus:








Erst mal ein bisschen Faxen machen - und dann
Zwei Streifen farbiger Stoffe zusammengepatched und an die Schnittkante genäht. Voilà - ein Designerstück! Die Hose ist nach meinem derzeitigen Schnittfavoriten aus Nickistoff gearbeitet - und ich mag sie kaum mehr ausziehen. Den Verschluss habe ich mir zugungsten eines breiten Gummibundes gespart und bei diesem Exemplar habe ich die Hosenbeine extralang zugeschnitten. Die aufstupfenden Falten sind also gewollt...

Mehr alte und neue selbst entworfene und/oder genähte Kleidung findet sich wieder beim MMM, den heute die an Chic kaum zu übertreffende Dodo moderiert. Aber auch bei den übrigen Teilnehmerinnen an der Aktion habe ich heute schon einiges bewundert - ich geh jetzt nochmal gucken...

Mittwoch, 10. Dezember 2014

Striptease im Kaufhaus

Bei dem Wetter und diesen Lichtverhältnissen bekomme ich zuhause einfach keine ansehnliche Fotos hin. Deshalb ein kleiner Strip in der Umkleidekabine unseres kleinen Kaufhauses:


Oben dick eingepackt in sechs Lagen zum Warmhalten - meine Erkältung ist immer noch nicht ganz überstanden. In der Mitte meine geliebte Allzweckjacke mit den Samtaufschlägen und unten eine noch nie vorgeführte Bluse, nach einem Vogue-Schnitt, den ich ebenfalls  bei Mema gefunden habe und ganz toll finde.


Aus einem gut abgelagerten Jersey, denn ich muss einfach mal Jersey-Nähen üben. Ich hab häufig Ideen, die mir gut gefallen, aber ich tu mich doch recht schwer mit der Umsetzung. Übung macht die Meisterin. (Auch wenn ich es nicht zur Meister-Näherin bringen werden - die Praxis bringt es!) Hier verweise ich mal stolz auf die Stelle, wo sich 5 Nähte wirklich in einem Punkt treffen. Ich bin ein kleines bisschen stolz. Bei meiner ersten Bluse nach dem Schnitt ist das nämlich noch nicht so gut gelungen. Die ist aus schwarzer Seide, total fluddelig beim Nähen - und ich kann eine schwarze Bluse mit raffinierter Schnittführung überhaupt nicht fotografieren... Aber sie ist natürlich toll zu tragen. Beim nächsten Vernähen von fluddeliger Seide werde ich mal einen Tipp von Frau Buntekleider ausprobieren: ein Gelatinebad des Stoffes. Das anschließende Bügeln soll den Stoff steif und gut handhabbar machen. Bei der Wäsche soll die Gelatine rückstandsfrei entfernt werden können - das wäre bestimmt eine große Hilfe.

Sowohl die Jacke als auch die Bluse sind jeweils die zweite Umsetzung des jeweiligen Schnittes und die werden bestimmt nochmal genäht werden. Beide Inspirationen und Schnitte verdanke ich Mema - danke noch einmal dafür!

Wo sammle ich außerdem Ideen für schöne Kleidung? Natürlich beim MeMadeMittwoch, wo FrauCrafteln heute mit ihrer Steh-Hose etwas hadert. (PS: Meine schwarze Kordhose ist übrigens auch selbst genäht - aber bei Schwarz von mir einfach nicht darstellbar...)





Mittwoch, 4. Juni 2014

Allzweck-Jacke

Heute ist es wieder mal kühl genug, dass ich meine schon mehrfach angekündigte Allzweck-Jacke einmal vorführen kann. Zusammen mit meiner aktuellen Favorit-Hose und einem uralten Seidenhemd meines vor 20 Jahren verstorbenen Vaters, das ich immer noch gern trage, weil Seide so angenehm auf der Haut ist...


Für die Jacke habe ich einen ungeliebten Kaschmirmantel zerlegt. Den habe ich wirlich nur im Dunklen getragen oder bei ganz schlimmem Wetter - weil ich ihn so spießig fand. Aber das Material ist einfach toll. Ebenfalls aufgegeben habe ich eine gern getragene Jacke aus schwerem Baumwollsamt, die abgeliebt war und farblich teilweise von der Sonne verschossen. Daraus habe ich die Ärmelaufschläge bzw. -verlängerung gearbeitet. Die vorderen Belege sind aus einem Rest von dem Hosenstoff, zu der die Jacke damit auch perfekt passt.
Der Schnitt ist der gleiche wie bei meiner rot-grünen Waschwolljacke, der sich sehr bewährt hat.
Ich freue mich, dass ich jetzt eine unaufgeregte Allzweckjacke habe, in der alte Teile weiterleben können. So was mag ich einfach...

Farblich bin ich zur Zeit auf einem Un-Farben-Trip. Braun "geht" eigentlich bei mir "gar nicht". Und jetzt liebe ich beige und braun und grau und nude. Klingt für mich irgendwie depressiv - und dabei bin ich bester Laune. Komisches Phänomen...

Ob es beim MMM farblos oder eher bunt zugeht, seht ihr HIER

Mittwoch, 19. März 2014

Wolljacke

Nur zur Dokumentation am Mittwoch: Auch heute trage ich auf dem Weg zum Markt Zahnarzt etwas selbst Genähtes, aber, was inzwischen selten ist, nur ein einziges Teil.

Es ist die grün-rote Jacke aus Walk, die ich schon einmal vorgestellt habe und deren Vorzüge sich in der Praxis nahezu täglich hervortun:

Das hochgezogene Rückenteil wärmt wunderbar den Nacken, was mir sehr angenehm ist.
Die Länge ist prima für warme Nieren, auch wenn ich eigentlich für mich taillenkurze Kastenformen vorziehe. Ich freue mich jedenfalls, dass ich wider eigene Schönheitsvorstellungen diesen Schnitt ausprobiert habe, denn er war einfach genug für mich umzusetzen und ich trage das Produkt geringer Mühen ausgesprochen gern.
Ganz neckisch finde ich die kleinen senkrechten Abnäher, die bei mir hinten Sinn machen, vorne eher nicht - aber trotzdem auch von vorn eine Taille vorgaukeln.

Heute also noch muckelig warm gewandet freue ich mich auf den morgigen Tag: Für unsere Region sind Sonnenschein und Temperaturen von mehr als 20° vorausgesagt! Was werde ich den Donnerstag genießen!

Aber erst noch die GFGF (größtenteils frühlingshaft gekleideten Frauen) beim MMM (me made Mittwoch) bewundern...


Nachtrag: Alle, die a capella Musik mögen - seht einmal, besser: hört einmal in meinen letzten Post vom Samstag rein - wirklich empfehlenswert!

Mittwoch, 5. März 2014

Sonnenschein!!!

Einen späten Gruß an diesem MMM - ich komme ziemlich erschöpft von einer 90.-Geburtstag-Feier, wo ich jede Menge Komplimente für meine edle/ausgefallene/extravagante/vornehme/... Jacke erhalten habe. Ohne Übertreibung, alles Vokabeln, die im Laufe des Tages gefallen sind.



Die Jacke ist vor zwei Wochen fertig geworden und ich habe sie hier schon ausführlicher vorgestellt. Und ich kann verraten: Es macht Spaß, sie zu tragen! Neulich hat sich ein schwer bepackter Paketbote auf der Straße nach mir umgedreht und spontan "Schöne Frau" gesagt  (Vielleicht galt es nicht der Jacke, sondern dem Hut, wer weiß?) - das ist mir bestimmt seit 20 Jahren nicht mehr passiert...

Beim MMM geh ich jetzt nachgucken, ob noch andere so müde in die Sonne blinzeln - oder beschwingt dem Frühling entgegenlachen - das wär wohl die bessere Option...

Mittwoch, 26. Februar 2014

rot-grüne Jacke

Anregung für meine neue Walkjacke war die Schnittbesprechung vom Geburtstagskind der Woche. Auch auf dem Blog Siebensachen-zum-Selbermachen habe ich den Schnitt gesehen und die Jacke hat mir gut gefallen. Ich hätte mal besser besser aufgepasst: Da wurde doch beschrieben, dass die Ärmel eher etwas zu lang sind...


Gefallen hat mir am Schnitt besonders die Kragen-/Ausschnittlösung. Hinten schön hochgeschnitten, dass der Nacken gewärmt wird, vorn gefällig gerundet. Die Abnäher habe ich etwas höher gesetzt, als es im Schnitt vorgeschlagen wird. Das haben mir meine beiden Freundinnen, die mir die Biesen abgesteckt haben, so geraten.

Auf den Schnitt wurde ich natürlich erst aufmerksam, als es die Ottobre-Ausgabe (5/13?) im Handel nicht mehr gab. Oder nur auf Umwegen. Hiermit singe ich ein Lob auf die solidarische Näh-Gemeinschaft in nah und fern: Ich konnte unter mehreren Hilfsangeboten wählen! Danke euch allen! Besonders Bele, die gar nicht erst auf den Kölner Nähstammtisch wartete, sondern mir das Heft vorab schon zuschickte.



Genäht habe ich das gute Stück aus zwei Walkresten. Von diesem Pullover und von diesem Mantel. Meine Freundin näht aus solchen Reststücken ihren Töchtern Miniröcke. In Ermangelung von minirocktragenden Töchtern komme ich so zu einer winterwarmen Wolljacke. Farblich brutal Etwas unüblich geteilt in vorne grün, hinten rot. Ich überlege jeden Morgen, welche Brillenbügel ich wählen soll - ich habe nämlich auch grüne...


Heute finde ich schon den ganzen Tag niemanden, den ich um ein Foto bitten könnte/wollte. Dass es auch bessere Fotos gibt. Jetzt sind auch ein paar vorzeigbare Fotos bei Tageslicht gelungen. Die Jacke gefällt mir gut und ich werde noch eine leichtere Variante davon nähen. Etwas unschlüssig bin ich noch beim Verschluss. Vorgesehen sind Haken und Öse - aber vielleicht bleibt sie auch ganz ohne...

Anregungen hole ich mir - wie jeden Mittwoch - beim MMM, der heute von Lucy moderiert wird.

Mittwoch, 12. Februar 2014

Ostasiatische Jacke

Rote Chrysanthemen - ich konnte einfach nicht widerstehen. Diesen Coupon habe ich entdeckt und mich gleich verliebt, obwohl der Grundton des Stoffes Braun ist. Und Braun ist so gar nicht meine Farbe. Mir schwebte sofort eine "asiatische Jacke" vor Augen - wenn denn mal Zeit ist...


Ich habe sogar kurz überlegt, ob ich die linke, grüne Seite verarbeiten will, aber da sind die Blüten so fad. Also nein. Und bei genauerem Hinsehen sind es gar keine Chrysanthemen, was man gut an den Blättern erkennt: Rosen. Handtellergroße, üppige Rosen. Passt stilistisch trotzdem zum Plan, habe ich beschlossen.


Dann gab es zwei glückliche Fügungen in meinem Leben Alltag: Alex rief zu einer spannenden Aktion auf: Nix für Lemminge. Da gibt es inspirierende Recherchen zu koreanischen Jeogori und anderen koreanischen, chinesischen oder mongolischen Jacken. UND: in der vielgeschmähten Januarausgabe der Burda gab es einen einfachen Jackenschnitt in meiner ungefähren Größe, der mich ansprach wegen der Kragenlösung:


Blöd - das Bild bekomme ich jetzt  nicht mehr gedreht - bitte einfach einmal den Kopf nach rechts drehen.

Diese Jacke sollte es sein.  Beim Zuschnitt hatte ich leichtes Herzklopfen. Der Rapport ist schon beachtlich groß. Wo die Rosen platzieren? Wird der Stoff dann reichen? - Entwarnung: Alles easy geklappt. Und die Jacke war auch recht flott genäht. Nachdem ich kurzzeitig einen Knoten im Hirn hatte ("Welche Seite welchen Kragenteils jetzt an den Besatz? Welche an den Beleg? Hoffentlich muss ich nicht trennen..."). Fertig bis auf eine Kleinigkeit, für die ich gerne eure Tipps hätte:


Als ich so an mir runtersah, stellte ich mit Erschrecken fest, dass das rechte Vorderteil 1,5 cm zu lang ist! Wie konnte das denn passieren? Aber dann hat mich der Blick auf die Schemazeichung beruhigt: Ich habe akkurat gearbeitet. Wenn die Jacke so wie vorgesehen geschlossen wird, ist alles im Lot. Für den Verschluss suche ich noch eine Lösung. Die vorgeschlagenen Posamentenverschlüsse gefallen mir nicht so. Hat jemand eine bessere Idee?

Und noch ein Detail habe ich geändert - wie gut, dass wir individuell angepasst nähen können! Bei der Jacke waren keine Taschen vorgesehen. Und das geht bei mir gar nicht. Ich will die ja gar nicht vollstopfen. Aber wenigstens den Hausschlüssel und ein Taschentuch muss ich unterbringen können, ohne eine Handtasche mitnehmen zu müssen. Also habe ich mir vorne in den Saum eine Reißverschlusstasche reingebastelt:


Zum Abschluss der Präsentation noch eine gymnastische Übung, die mein Schwesterherz mir beim Fotografieren gern abverlangt und die mein Foto-Progamm automatisch zusammenstellt. Wie man sehen kann: Volle Beweglichkeit ist auch in dieser Jacke garantiert. Wichtig für mich!


Und natürlich der Hinweis darauf, dass man bei Catherine sehen kann, wer alles beim heutigen MeMadeMittwoch mitmacht. Sehr sehenswert, ihr Winterkostüm! Und all die anderen...

Mittwoch, 22. Januar 2014

nmmMt = no me made Mittwoch today

Jedenfalls für mich. Einen MMM gibt es heute natürlich schon. Da gehe ich gleich ein bisschen stöbern. Aber ich habe heute kein einziges selbst fabriziertes Kleidungsstück am Leib - und ich bin nicht nackt! Das ist mir in meinen Blogger-Jahren heute erst zum zweiten Mal passiert!

Dank Catherines Idee und der Arbeit von inzwischen einer ganzen Crew habe ich mit über 100 anderen Näherinnen und Schneiderinnen einen Spaß daran, einmal in der Woche selbst hergestellte Kleidung zu präsentieren. Da ist es an dem einen oder anderen Mittwoch schon mal passiert, dass ich keine Lust Zeit hatte. Oder ich habe keinen Fotografen gefunden. Oder die Batterien der Kamera waren leer.  Oder die Haare waren nicht schön. Aber dass ich gar nichts selbst genähtes getragen habe - das ist mir bisher erst einmal passiert.

Deshalb an dieser Stelle einfach nur ein Gruß an die lieben Leserinnen, die mich trotz fehlender MMM-Verlinkung finden - und ein Ausblick auf mein nächstes Projekt: eine gerade geschnittene Jacke aus diesem Stoff:



Jede Menge Anregungen hole ich mir aktuell bei der interessanten Nix-für-Lemmige-Aktion bei MamaMachtSachen. Ich habe ja schon lange ein Faible für einfache Schnitte und finde es spannend, wie sich die taillen- und abnäherfreundlichen jungen Frauen den "fremdartigen" Silhouetten annähern.

Bis nächste Woche, dann wieder in selbst genähter Hose oder vielleicht schon in der neuen Jacke!

Donnerstag, 9. Januar 2014

Rote Jacke

Abschiedsfotos:



Ich mag kurze kastige Jacken so gern. Hier hatte ich schon die Geschichte dieser Jacke beschrieben - und heute habe ich sie zum letzten Mal getragen. Neben dem wunderbaren Material hat sie drei Details, die ich sehr gern mag: samtene Aufschläge am Ärmel - siehe oben, eine Rückenfalte - siehe unten


und - O-Ton meine Schwester: "Bauch einziehen!!!" - ein grau-weiß-rot gemustertes Futter fürs flutschige Anziehen:


Jetzt kommt das ABER: Irgendwie ist mir der Ärmel unbequem. Und ich habe einfach keine Lust, weiter an der Jacke rumzudoktorn.
Glück im Unglück: Meiner (schlanken) Schwester passt die Jacke, als wäre sie für sie geschneidert, sie steht ihr ausgezeichnet und sie gefällt ihr!

Mein Schwesterherz freut sich über das Geschenk und ich suche weiter nach einem Jackenschnitt, der in jeder Hinsicht konveniert - ich habe hier nämlich noch einen Stoff, der unbedingt eine kurze Jacke werden will...

Mittwoch, 18. Dezember 2013

anziehen, ausziehen, anziehen...

Heute trage ich die gleichen  Kleider wie vor zwei Wochen, in denen man auch Frühsport machen könnte - siehe da. Ich bin überhaupt so eine, die nicht viele Kleider braucht, aber am liebsten nur schöne. Lieblingsklamotten eben. Die könnte ich dann auch täglich tragen. Jetzt nicht gerade zwei Wochen lang, aber doch fast ständig, wenn es den Temperaturen und der Stimmung entspricht. Und soviel sei verraten: Ich leide nicht unter Stimmungsschwankungen...#

Aber heute heißt es für mich: Rein in die Klamotten, raus aus den Klamotten. Ich säume nämlich gerade meine neue rote Jacke und schwitze dabei Blut und Wasser.

Und zu der gibt es eine kleine Geschichte: Vor Jahren, als ich noch jung und schön war und noch Kleidergröße 38/40 trug, leistete ich mir einmal einen knallroten Wollmantel, der fast bodenlang war und geschnitten wie ein Bademantel - verschlusslos, Bindegürtel, Riesenkapuze. Der Mantel war auch damals außergewöhnlich und deshalb allein fand ich ihn schon schick. Allerdings hatte ich nach einiger Zeit stets die Assoziation: Ringer oder Boxer auf dem Weg zur Kampfstätte. Geht also gar nicht. Außerdem war das Teil einfach zu warm um es zu Hause als Strickjackenersatz zu tragen. Und auch zu kratzig. Aber eben so wunderschön rot...

Weil ich also den Stoff so schön finde - und sich keine modebewusste Frau in meinem Umkreis findet, die einen kratzigen Mohair-/Wollmantel tragen würde, habe ich mich auf die Suche nach einem Jackenschnitt gemacht. Gesucht war eine kurze (!) Jacke, die gefüttert sein musste. Und in der Burda 2/2012 bin ich schließlich fündig geworden:

Mit Änderungen: den trompetenförmigen Ärmel mochte ich nicht, den habe ich gerade zugeschnitten. Auch der Kragen hat mir nicht gefallen, und weil ich doch meist irgend welche Tücher oder Schals trage, habe ich den Kragen einfach weggelassen. Was mich - neben dem Futter - so gereizt hat, ist die Kellerfalte im Rücken. Die mag ich bei kurzen Jacken ausgesprochen gern.

Dies ist also meine erste gefütterte Jacke. Ich hatte da manchen Knoten im Kopf und fand die Anleitung für eine nicht ganz so geübte Schneiderin jetzt nicht sooo eindeutig oder gut verständlich... aber es wird passen.

Dies ist zur Zeit der Stand der Dinge:



Damit es nicht kratzt, habeich die Ärmelsäume mit Samt verbrämt. Das gefällt mir schon mal sehr gut.

Und ausziehen werde ich die Jacke auch gern, weil man erst dann das hübsche Futter sehen kann, das hier noch unter der Jacke hervorblitzt: strahlendes Grau mit roten und weißen stilisierten Blumen.


Leider muss ich den Saum im Bereich der Falte noch einmal neu machen, weil er da zu lang geworden ist. Das ist jetzt auch nicht mehr die Welt. Aber ich war froh über die Hilfe meiner Freundin, denn allein habe ich das nicht sehen können.

Und den rückwärtigen Teil des Futters muss ich noch säumen. Ich habe die Anleitung so verstanden, dass im Bereich der Vorderteile das Futter auf der Hälfte des Jackensaumes angenäht wird, dass das Futter im Rückenteil aber nicht fixiert wird sondern separat gesäumt. Kann das sein?



Hier beim allwöchentlichen MeMadeMittwoch präsentiert heute Juli/Kirschenkind zum letzten Mal im Jahr 2013 große und kleine, dicke und dünne, alte und junge Frauen in selbstgenähten Kleidern.
Ihr sei stellvertretend für die ganze Crew gedankt, dass es diese wunderbare Einrichtung gibt, durch die ich eine Menge gelernt habe, einige ganz tolle Frauen kennengelernt habe und die mir (fast) jeden Mittwoch viel Vergnügen und Anregung bietet. Ich freu mich schon auf die Fortsetzung im nächsten Jahr!

Mittwoch, 17. April 2013

Neue Jacke

Die Wintermäntel sind beiseite gehängt. Und ich freue mich, auch einmal etwas Neues präsentieren zu können - meine neue Jacke! Violà!



Ich liebe ja Asymmetrie! Irgendwo habe ich vor Urzeiten gelesen "Symmetrie ist die Ästhetik der Doofen" - was gar nicht stimmen muss, was ich aber auf irgend eine Art verinnerlicht habe. Seither ist für mich schräg = schön. Nicht immer. Aber ich gebe zu: ich habe einen Hang zum Schrägen.




Hier für alle, die die normale Sicht der Dinge bevorzugen,  gerade ausgerichtete Habitusbilder.



Die Entstehungsgeschichte ist folgendermaßen: Eine Freundin hat mir ihre ungeliebte, aber in meinen Augen todschicke Leinenjacke angetragen. Leider war die dunkelblau-dunkelgrün schotten-kariert. Da habe ich ein Trauma. Trage ich nicht! Nicht freiwillig! Aus solchen Stoffen hat mir meine Mutter, als ich noch wirklich klein war, Kleidung geschneidert. Damals gab es einfach nicht so fröhlich-bunte Kinderstoffe wie heutzutage. Jedenfalls rührt daher in meinem Kopf dieses no go für dunkle, triste Karostoffe und für Schottenröcke. Für mich - bei anderen ist das was anderes.


Jedenfalls fand ich die Schnittführung der Jacke so interessant, dass ich sie mal genauer studiert habe und schließlich vermessen, weil ich anders nicht hinter die Konstruktion kam. Mit dem Karo war das ganz schick mal mit geradem, mal mit schrägem Fadenverlauf. Also habe ich mich entschlossen, ein Probemodell nachzunähen, und zwar aus einem Fundus-Stoff. Und zwar diesem grob gewebten Mischgewebe rechts oben.
Meine Idee war, irgendwie Stoffreste von Hosen dabei zu verarbeiten, so dass die Jacke perfekt zu vorhandenen Hosen passen solle.Also habe ich mal von zwei farblich passenden Hosen breite Blenden am  vorderen Verschluss (huch, wie nennt man das bei einer verschlusslosen Jacke bloß?) und an den Krempelärmeln angenäht.  Eine Seite heller, die andere etwas dunkler als der Grundton der Jacke.
Finde ich als Designelement richtig gut.
Auf dem Foto seh ich gerade, dass die Ärmel noch etwas zu lang sind. Mal sehen, ob das mit Krempeln geht oder ob ich da noch einmal ran muss.


Kombiniert habe ich diesmal nicht mit einer hellen Hose, weil das mit MEINEM Hund im Wald nicht gut geht. Passt aber auch zu dieser schnellen roten Hose, die den Vorteil hat, dass ich nicht in den Saum trete und mich wieder auf die Nase lege... (Danke nochmal für alle guten Genesungswünsche.) Ich glaube, diese Probejacke werde ich dieses Frühjahr gerne tragen: Schnell übergeworfen, gut kombinierbar und ein bisschen besonders...

Bei Julia und dem Me Made Mittwoch gehe ich nun sehen, was die anderen schneidernden Frauen heute tragen und welche Inspirationen ich da bekomme. Allen ebenso viel Spaß, wie ich daran habe!

Freitag, 7. Dezember 2012

... macht süchtig



Als ich letzte Woche meinen grünen Mantel beim MMM vorgestellt habe, war auch ein Paar Stulpen dabei, die ich in Patchwork-Technik gestrickt habe. Da bin ich in einem Kommentar schon gewarnt worden: 

Vorsicht! Patchworkstricken macht süchtig!

Und was soll ich sagen - das stimmt. Beim Mich-schlau-Machen über die Technik bin ich auf eine kunterbunte Jacke gestoßen, die es mir angetan hat. Ich schwanke farblich ja gerne zwischen dezentem Grau und kräftigen Farbtönen  - und hier lässt sich das aufs Feinste kombinieren. Hier habe ich meine Start-Patches mal auf meinen Walkpullovern drapiert. Ich bin begeistert, wie die bunten Flicken auf den kräftigen Uni-Farbtönen wirken. Hier auf dieser Seite kann man beim Runterscrollen das Foto einer Jacke sehen, an dem ich mich orientiere. Es ist, wenn ich es recht verstanden habe, "die sogenannte Zickzackjacke aus dem ersten Schulz-Buch" (das leider vergriffen ist und nicht mehr aufgelegt wird). Da gibt es noch jede Menge mehr Anregungen und Beispielfotos zum Thema.



Ich rauch ja nicht mehr. Also gibt es auch keine Zigarettenpause mehr für mich. (Etwas, was ich etwas bedauere...) Aber hier habe ich einen guten Ersatz: erst mal eine kleine Pause machen, hinsetzen und einen kleinen bunten Flicken stricken. Lana Grossa cool wool (Merino superfein) lässt sich angenehm verstricken - und es lassen sich auch kleine Reste in dieser Stärke/Lauflänge wunderbar einarbeiten.

Ihr seht, für mich gilt gerade: Patchworkstricken macht glücklich!

Montag, 3. Dezember 2012

So 'ne Art Trachtenjacke




Nee,nee, ich ändere gerade nicht meinen Kleidungsstil - ich habe meiner lieben Freundin G. eine Jacke genäht und hier mal probegetragen. Und ich möchte die Jacke einmal zeigen um zu demonstrieren, dass kurz und mit optischer Betonung der Taille gar nicht so übel ist, auch wenn man gar keine hat...


Der leicht angerüschte Kragen steht G. prima. Die Knopflöcher sind mit dem gleichen Satin unterlegt. Ich glaube, das ist gar nicht so schlecht in dem Walkstoff, der sich ja sonst evtl. dehnt. Falls das beim Tragen passiert, wäre es auch kein Unglück, denn ich habe die vordere Kante schon so bogig geschnitten, dass es wohl nicht auffallen würde.


Am Saum habe ich einen etwa 10cm breiten Streifen als Bordüre angesetzt, am Ärmel etwas schmaler. Passt hier nicht so ganz genau, aber getragen sieht es ok aus. Der Farbton der Waschwolle ist nicht so blaustichig, sondern eher so wie auf dem oberen Foto.
G. trägt eine rot-rote Brille in den beiden verwendeten Farbtönen - und die Jacke sieht aus, wie für sie gemacht *hüstel*.

Ich bin ein bisschen stolz auf das Teil, denn es ist entstanden nach so Angaben wie:
Ich habe da mal eine Jacke gesehen, die war aus so einem Stoff wie dein grüner Mantel. Hellgrau wär schön für mich. Die Jacke hatte sooooo eine breite Bordüre. Und dann noch einen Streifen aus so einem seidigen Stoff.  Daraus auch der Kragen. Und die Knopflöcher waren auf so kleinen Rechtecken...

Mein Stil ist es ja nicht - aber G. hat sich gefreut wie Bolle. Und das hat MIR großen Spaß gemacht.

Euch ebenfalls viel Spaß die nächsten Tage!

Mittwoch, 13. Juni 2012

Verschlusssache

Beim vorletzten MMM hab ich eine Frage an erfahrene Schneiderinnen: Wie löst man geschickt folgendes Problem?


Diese Leinenjacke ist eigentlich verschlusslos konzipiert. Beiderseits habe ich die Belege mit Vlieseline unterlegt und ursprünglich nur umgeschlagen und nicht festgesteppt. Aber blöderweise ist die Jacke vorn immer aufgesprungen und die Belege sind nach außen geklappt. Nicht so schön.


Mir fiel nichts besseres ein als die Belege mit kleinen Perlmutt-Knöpfen am jeweiligen Vorderteil zu fixieren. Dadurch klappen die vorderen Kanten nicht mehr so häufig um, aber doch immer noch mal.


Ansonsten mag ich diese Sommerjacke aus zweierlei Mustern ganz gern, weil meine weitärmligen Shirts gut drunter passen. Auf dem Foto nicht so gut zu erkennen: das linke Vorderteil ist kariert, das rechte gestreift, hinten ist die Jacke ebenfalls gestreift und rechts ist eine große karierte Tasche aufgesetzt. Vorn ist die Jacke deutlich kürzer, hinten gerundet und Po bedeckend.

Falls mir jemand erklären kann, warum die Jacke aufspringt, d.h. was am Schnitt zu ändern wäre, würde ich mich sehr freuen. Vielleicht weiß es eine der Damen, die bei CAT selbst genähte Kleider vorstellt. Genau so gespannt auf eine Antwort bin ich auf die dort vorgeführten Schmuckstücke...

Und aus gegebenem Anlass schließe ich mich Cats Hinweis gerne an:



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