Freitag, 28. Dezember 2012

Bei Alpi habe ich gerade etwas Hübsches entdeckt: bis Neujahr gibt es bei Tin Can Knits eine Strickanleitung der Wahl als Geschenk!
Hier auf dem Tin Can Knits Blog kann man nachlesen, wie es geht. Und weil ich gerade das Patchwork-Stricken für mich entdeckt habe, habe ich die "superhero polka dot blanket"-Anleitung !!POP!! Blanket runtergeladen - eigentlich, weil mich das Foto an eine Sammlung wunderbar bunter Pariser erinnert hat. Von wegen: Polkadots!
Und wie gewünscht, teile ich natürlich diesen Tipp gerne mit Freundinnen und Strickerinnen...

lustig und lecker

Weihnachten mit der Familie war bei uns lustig und lecker.

So sieht es nämlich aus, wenn wir Klöße-Teig kneten...

Wir haben nicht nur Faxen gemacht - die Klöße waren köstlich!

Ich hoffe, ihr hattet ebenso fröhliche Tage - und plant einen schönen Jahreswechsel. 
Allen einen guten Start ins neue Jahr!

Freitag, 21. Dezember 2012

Wo ist bloß...?

Gerade höre ich, wie Dieter Nuhr den Hamster für ein verschwundenes Teil verantwortlich macht, das später in der Sofaritze wieder auftaucht. In unserem Haushalt wird immer alles auf den Hund geschoben...

Niemand hat es so nett auf den Punkt gebracht wie James Krüss:

Die Weihnachtsmaus

Die Weihnachtsmaus ist sonderbar
(sogar für die Gelehrten).
Denn einmal nur im ganzen Jahr
entdeckt man ihre Fährten.

Mit Fallen und mit Rattengift
kann man die Maus nicht fangen.
Sie ist, was diesen Punkt betrifft,
noch nie ins Garn gegangen.

Das ganze Jahr macht diese Maus
den Menschen keine Plage.
Doch plötzlich aus dem Loch heraus
kriecht sie am Weihnachtstage.

Zum Beispiel war vom Festgebäck,
das Mutter gut verborgen,
mit einem mal das Beste weg
am ersten Weihnachtsmorgen.

Da sagte jeder rundheraus:
Ich hab' es nicht genommen!
Es war bestimmt die Weihnachtsmaus,
die über Nacht gekommen.

Ein anderes Mal verschwand sogar 
das Marzipan von Peter;
was seltsam und erstaunlich war.
Denn niemand fand es später.

Der Christian rief rundheraus:
Ich hab' es nicht genommen!
Es war bestimmt die Weihnachtsmaus,
die über Nacht gekommen.

Ein drittes Mal verschwand vom Baun,
an dem die Kugeln hingen,
ein Weihnachtsmann aus Eierschaum
nebst andren leck'ren Dingen.

Die Nelly sagte rundheraus:

Ich habe nichts genommen!
Es war bestimmt die Weihnachtsmaus,
die über Nacht gekommen.


Und Ernst und Hans und der Papa,
die riefen: welche Plage!
Die böse Maus ist wieder da
und just am Feiertage!

Nur Mutter sprach kein Klagewort.
Sie sagte unumwunden:
Sind erst die Süßigkeiten fort,
ist auch die Maus verschwunden!

Und wirklich wahr: Die Maus blieb weg,
sobald der Baum geleert war,
sobald das letzte Festgebäck
gegessen und verzehrt war.

Sagt jemand nun, bei ihm zu Haus,
- bei Fränzchen oder Lieschen -
da gäb es keine Weihnachtsmaus,
dann zweifle ich ein bisschen!

Doch sag ich nichts, was jemand kränkt!
Das könnte euch so passen!
Was man von Weihnachtsmäusen denkt,
bleibt jedem überlassen.

Donnerstag, 13. Dezember 2012

Earbags


Na, was mag das wohl sein? 


Das sind meine gepimpten Earbags. Eigentlich mag ich ja keine Werbung machen, aber diese genialen Teile will ich aus aktuellem Anlass mal vorstellen - draußen ist es kalt und ich verstehe nicht, warum so viele Menschen frierend rumlaufen. Ich meine jetzt nicht diejenigen, die sich keine Handschuhe und keine Mütze leisten können. Ist es Eitelkeit?

Ich habe diese sog. Earbags vor Jahren im Netz entdeckt und damals in Schweden bestellt. Heute werden sie auch in Deutschland vertrieben, auch wenn ich persönlich noch nie welche in Läden gesehen habe.

Falls jemand sich nicht die Frisur zerdrücken will und trotzdem nicht frieren - ideal. Überhaupt sind sie so klein, dass sie kaum auffallen. Wenn man sie in einer dezenten Farbe wählt natürlich. Es gibt sie auch in starken Farben, dann sind sie halt ein Akzent.

Für mich sind sie ideal, weil sie so klein sind. Ich habe in jeder Manteltasche ein Paar. Die beigen im grünen Mantel, den ich gestern beim MMM gezeigt habe, die grauen im grauen Mantel und die blauen in der blauen Jacke... Und es ist mir schon oft passiert, dass ich ohne Kopfbedeckung rausgegangen bin und nach einiger Zeit heilfroh war, mir etwas auf die Ohren setzen zu können.  Und genialerweise halten diese Teile auch ohne irgendwelche Bügel. Es sind leicht gebogene Plastikteile eingearbeitet und man klappt sich diese "Ohrentaschen" über die Ohrmuscheln - und schon kann der Winter einem nichts mehr anhaben...

Wollte ich nur mal vorgestellt haben, denn sie sind echt praktisch. Passen zur Not auch unter den Hut...

Zieht euch schön und warm an!





Mittwoch, 12. Dezember 2012

Maigrün im Dezember


Bis auf die schneefesten Stiefel trage ich heute genau die gleichen Kleider, wie vor zwei Wochen. Deshalb möchte ich ein paar Details meines grünen Mantels nachliefern:


Meinem braunen Hut habe ich ein schmaleres Band spendiert. Das ist hübscher als das Lederband, was mir zu wuchtig erschien.
Oben links ist das Knopfloch von der Innenseite zu sehen. Mir erscheint es sinnvoll, das Material (Waschwolle, Walk) im Knopflochbereich zu unterstützen. Die Idee ist mir bei den Knopflöchern dieser Trachtenjacke gekommen. Oben rechts ist zu sehen, wie die linke Seite aussieht, wo ich den Knopf angenäht habe. Erstens habe ich den dortigen kleinen dreieckigen Übertritt einfach nach innen geschlagen und den Knopf dort festnähen können, wo der Stoff jetzt doppelt liegt. Zum anderen habe ich den Rand geschmückt mit einem kleinen geflochtenen Band. So was juckt mich immer in den Fingern: Ich sehe einen flach geflochtenen Gürtel oder so was und muss einfach ausprobieren, wie das geht. Also einen Reststreifen Walk zweimal geschlitzt und losgeflochten... (Es gibt verschiedene "Anleitungen", wie es geht, z.b. hier.)
Als Knopf habe ich nach langem Ausprobieren einen dicken, asymmetrischen Hornknopf gewählt. Je länger ich in meiner Knopfkiste wühle, um so schwerer fällt mir eine Entscheidung...


Weitere Details: Seitlich bleibt die Naht leicht geschlitzt, die Ecken sind abgerundet. Den Halsausschnitt habe ich  verstärkt mit einem Formstreifen aus Walk, verstürzt mit grau-grün gestreiftem Baumwollsatin, der farblich genau passte. Damit sind auch die aufgesetzten großen Taschen gefüttert. Unten ist noch einmal der Verschluss verschlossen zu sehen.

Bessere Fotos waren heute nicht zu bekommen - schon dunkel, als endlich ein potentieller Fotograf zu packen war. Also diesmal Mantel an der Garderobe.
Ich wollte aber doch gern heute beim MeMadeMittwoch mitmachen. Schließlich ist er der letzte in diesem Jahr.

Es hat Spaß gemacht! Es hat Spaß gemacht teilzunehmen und es hat Spaß gemacht, rumzustöbern, was die anderen so nähen und stricken und und und... Ich hab eine Menge gelernt - und viele nette und tolle Frauen kennengelernt. Ich freue mich schon, euch spätestens im nächsten Jahr wiederzusehen!

Bis dahin allen eine gute Zeit!







Sonntag, 9. Dezember 2012

Hilfe! Wie geht das???

Jetzt setze ich meine Hoffnung auf Alpenrose oder ähnlich fitte Strickerinnen: Ich weiß gerade nicht weiter.

Darf ich mein Problem mal schildern?  Im vorigen Post habe ich ein Foto von einer Jacke eingestellt, die ich gerne ungefähr nachstricken möchte. Das mit den Patches habe ich - auch Dank der hervorragenden Anleitungen in Alpenroses Strickanleitungen schnell raus gehabt. Und jetzt verzweifle ich langsam an den Streifen - ich habe schon zum dritten Mal wieder aufgeribbelt und immer noch nicht raus, wie es geht.


Hier die Grunddaten, falls sich jemand mal hilfreiche Gedanken machen möchte: Mein Patch beginnt mit 29 Maschen (14+1+14), die drei mittleren Maschen werden jeweils in jeder Rückreihe zusammengestrickt, bis nur noch 1 Masche auf der Nadel ist. (Das gibt bei meiner Wolle Quadrate von etwa 5,5 cm Kantenlänge, bzw. weil ich die Patches so verarbeite wie auf dem Foto Patches mit einer Diagonale von 7 cm.)


Aneinandergefügt sehen die Patches etwa so aus - hier habe ich die Teile für die unterste Reihe einmal aneinandergelegt, um die Farbzusammenstellungen zu überprüfen. Richtig werden die natürlich später zusammengestrickt. Mir geht es mit meiner Frage jetzt um die senkrecht gestreiften Teile oben im Foto.


Um dieses also. Das war mein erster Versuch. 60+14+1+14+60 Maschen aufgeschlagen,  bei diesem "stumpfen Winkel" - den ich einfach nicht hinkriege - in der Rückreihe 60 M gestrickt, dann 2 Maschen zusammengestrickt. Dann das Patch wie üblich weitergestrickt (unten in der Mitte wie gehabt jeweils drei Maschen in jeder Rückreihe zusammengestrickt). Das ergibt dieses Bild. Das stimmt nicht so ganz mit der Vorlage überein, weil da die Abnahmen optisch eher eine diagonale Linie zeigen  und nicht - wie hier - eine waagerechte Linie.

Beim zweiten Versuch habe ich - weil ich etwas missverstanden habe - gar keine Maschen seitlich zusammengestrickt und nur geguckt, ob sich durch das Zusammenstricken die Reihen vielleicht "passend" in die Kurve legen. Tun sie natürlich nicht. Also wieder aufgeribbelt. (Peinlich, aber deutlich zu sehen, wie naiv ich beim Stricken bin...)


Das ist mein dritter Versuch. Hier habe ich versucht, durch die vorverlagerte Abnahme seitlich so eine schräge Abnahme-Linie hinzubekommen. Also 60. und 59. Masche zusammengestrickt, dann 59. und 58. Masche, dann 58. und 57. Masche etc. Blöd - das war auch nicht die Lösung! Irgendwie viel zu viele Maschen, das beult richtig. Außerdem wird das viel zu weit, offensichtlich muss ich jeweils eine M. weniger aufnehmen...
Weiter oberhalb stimmt es:  2x18 Reihen + 1 vom Zusammenstricken (schwarz, petrol, schwarz, blau, blau, schwarz, grün, grün, grün, zusammengestrickt, grün, grün, grün, schwarz, blau, blau, schwarz, petrol, schwarz) ergeben 7 cm, sind also so breit wie die Patches darunter in der Diagonalen. Das Problem sind einfach diese äußeren stumpfen Winkel. (Die bunten, rumhängenden Fäden markieren nur jede 20. Masche, haben also nichts zu bedeuten...)


Bevor ich jetzt noch einmal hackermäßig Versuch und Irrtum bemühe, frage ich doch lieber einmal kundige Strickerinnen, wie sie das Problem lösen würden.

Vorerst stricke ich mal weiter an den Quadraten und wünsche allen einen fröhlichen 2. Advent und einen guten Start in die Woche!

Freitag, 7. Dezember 2012

... macht süchtig



Als ich letzte Woche meinen grünen Mantel beim MMM vorgestellt habe, war auch ein Paar Stulpen dabei, die ich in Patchwork-Technik gestrickt habe. Da bin ich in einem Kommentar schon gewarnt worden: 

Vorsicht! Patchworkstricken macht süchtig!

Und was soll ich sagen - das stimmt. Beim Mich-schlau-Machen über die Technik bin ich auf eine kunterbunte Jacke gestoßen, die es mir angetan hat. Ich schwanke farblich ja gerne zwischen dezentem Grau und kräftigen Farbtönen  - und hier lässt sich das aufs Feinste kombinieren. Hier habe ich meine Start-Patches mal auf meinen Walkpullovern drapiert. Ich bin begeistert, wie die bunten Flicken auf den kräftigen Uni-Farbtönen wirken. Hier auf dieser Seite kann man beim Runterscrollen das Foto einer Jacke sehen, an dem ich mich orientiere. Es ist, wenn ich es recht verstanden habe, "die sogenannte Zickzackjacke aus dem ersten Schulz-Buch" (das leider vergriffen ist und nicht mehr aufgelegt wird). Da gibt es noch jede Menge mehr Anregungen und Beispielfotos zum Thema.



Ich rauch ja nicht mehr. Also gibt es auch keine Zigarettenpause mehr für mich. (Etwas, was ich etwas bedauere...) Aber hier habe ich einen guten Ersatz: erst mal eine kleine Pause machen, hinsetzen und einen kleinen bunten Flicken stricken. Lana Grossa cool wool (Merino superfein) lässt sich angenehm verstricken - und es lassen sich auch kleine Reste in dieser Stärke/Lauflänge wunderbar einarbeiten.

Ihr seht, für mich gilt gerade: Patchworkstricken macht glücklich!

Montag, 3. Dezember 2012

Nette Einladung

Für nächsten Samstag habe ich eine nette Einladung zu einer Geburtstagsfeier, über die ich mich schon seit Wochen amüsiere (ja, zum runden Geburtstag wird weit vorher eingeladen), die lautet - verkürzt - wie folgt:

Heute nix Shoppen oder
Feldforschung,
sondern bitte zahlreich erscheinen:

... Ort und Zeit ...

Würden Männer gerne shoppen, würden sie es Feldforschung nennen.
Cynthia Nelms


Und dann folgt noch ein Text, der für mich beim Abtippen eine große Herausforderung darstellt - hoffentlich gibt es hier kein Autokorrekturprogamm:

Wir as sochche wern den Konsumterroä ornlich ein verpassen unnie Kapitalissen, die den Weihnachsraubzuch in unse Taschens vorham, die wern wir fix was scheißen.
Weiß was? Wir kaufen uns nix zu Weihnachchen.
Wozu auch? Ham doch alles. Büx übern Mors, Dach übern Kopp, Fahbfähseher, Fressen, Saufen un Schmöken satt.
Was wiss mehr? Bei die Preise.
Kuddl Schööf in Jochen Steffen, Nu komms du!

So etwas verstehe ich nur, wenn ich es laut lese. Und dabei fällt mir dann immer ein, was Lehrer doch für bemitleidenswerte Menschen sind, wenn sie guten Willens versuchen zu entziffern, was manch ein Schüler so schriftlich abliefert...

So 'ne Art Trachtenjacke




Nee,nee, ich ändere gerade nicht meinen Kleidungsstil - ich habe meiner lieben Freundin G. eine Jacke genäht und hier mal probegetragen. Und ich möchte die Jacke einmal zeigen um zu demonstrieren, dass kurz und mit optischer Betonung der Taille gar nicht so übel ist, auch wenn man gar keine hat...


Der leicht angerüschte Kragen steht G. prima. Die Knopflöcher sind mit dem gleichen Satin unterlegt. Ich glaube, das ist gar nicht so schlecht in dem Walkstoff, der sich ja sonst evtl. dehnt. Falls das beim Tragen passiert, wäre es auch kein Unglück, denn ich habe die vordere Kante schon so bogig geschnitten, dass es wohl nicht auffallen würde.


Am Saum habe ich einen etwa 10cm breiten Streifen als Bordüre angesetzt, am Ärmel etwas schmaler. Passt hier nicht so ganz genau, aber getragen sieht es ok aus. Der Farbton der Waschwolle ist nicht so blaustichig, sondern eher so wie auf dem oberen Foto.
G. trägt eine rot-rote Brille in den beiden verwendeten Farbtönen - und die Jacke sieht aus, wie für sie gemacht *hüstel*.

Ich bin ein bisschen stolz auf das Teil, denn es ist entstanden nach so Angaben wie:
Ich habe da mal eine Jacke gesehen, die war aus so einem Stoff wie dein grüner Mantel. Hellgrau wär schön für mich. Die Jacke hatte sooooo eine breite Bordüre. Und dann noch einen Streifen aus so einem seidigen Stoff.  Daraus auch der Kragen. Und die Knopflöcher waren auf so kleinen Rechtecken...

Mein Stil ist es ja nicht - aber G. hat sich gefreut wie Bolle. Und das hat MIR großen Spaß gemacht.

Euch ebenfalls viel Spaß die nächsten Tage!

Mittwoch, 28. November 2012

nebelkrähen-grau vs. wellensittich-grün

Heute mal wieder dabei beim MeMadeMittwoch, wo heute Wiebke vorturnt den Reigen der Frauen anführt, die selbstgeschneiderte Kleidung tragen. Schließlich habe ich wieder mal was Neues vorzuführen.

Damit ich nicht immer aussehe wie eine große graue Nebelkrähe, wenn ich bei novembergrauem Wetter meinen Hund lüfte, habe ich mir meinen heißgeliebten anthrazitfarbenen Walk-Mantel zum Vorbild genommen, ausgemessen, und beim Stoffmarkt im Oktober bei den Waschwolle-Coupons zugeschlagen. Und konnte es jemand ahnen? Grün!


Et voilà: mein grüner Mantel! Der hält natürlich keinen Vergleich aus mit all den wunderbaren Schöpfungen vom Wintermantel-sew-along, das letzten Sonntag zum Abschluss gekommen ist. Aber das Teil in Grau habe ich schon mehrere Winter gerne getragen - also werde ich auch dieses Teil in Grün lieben - da bin ich sicher. Ungefüttert, auf einen großen Hornknopf zu schließen, große Kapuze und insgesamt leicht mittelalterliche Anmutung.
Meinen selbstgefilzten braunen Hut finde ich ganz passend dazu.
(Drunter trage ich übrigens meinen roten Walkpullover, den ich in meinem allerersten Post vorgeführt habe - inzwischen leicht entschärft.)


Hier kann ich noch etwas Hübsches dazu vorweisen: patchwork-gestrickte Stulpen. Für mich, die ich nicht so leidenschaftlich stricke, ist diese Art des Strickens ideal: man hat nicht endlos lange Reihen auf der Nadel, wo einfach kein Vorankommen festzustellen ist bei der Arbeit. Gestrickt werden beispielsweise hier kleine Quadrate, bei denen die Reihen immer kürzer werden. Find ich klasse: ich kann immer "eben noch eins zu Ende stricken". Und keine Sorge, man muss nicht alles mühsam zusammennähen und 1000 Fäden vernähen: Die Quadrate werden aneinander gestrickt und die Fäden "eingewebt".
Bei Alpenrose habe ich gelernt, wie es geht - vielen Dank dafür.


Die Technik habe ich also an diesen Stulpen ausprobiert, die man auf verschiedene Weise tragen kann - Spitze nach oben oder unten oder innen oder außen... und es hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich jetzt ein größeres Projekt in Angriff genommen habe...

Und jetzt geh ich mal nachsehen, ob die anderen Damen heute eher bunt  oder in schickem Novembergrau gewandet sind!

Eine schöne Woche!

Freitag, 23. November 2012

Stunksitzung

Ich teile nicht nur meine Spielsachen (s.voriges Post), sondern auch gerne mal ein Missgeschick, und zwar hiermit mit (frei nach Heinz Erhard).

 Schon letzte Woche hat der Bauer auf meiner bevorzugten "Hundewiese" Gülle ausgebracht - und clever, wie ich bin, sind wir die letzten Tage woanders rumgelaufen. Im Wald ist es zur Zeit ja auch ganz schön. Pilze und so.
Jetzt denke ich: Okay, die Wiese sieht gut aus, da sind auch genug Hunde zum Toben, da können wir wieder hin. Ich riech auch nichts mehr.

Und mit einem fröhlichen Jippijeeeeh auf den Lippen - so sieht es jedenfalls aus - stürmt Pipa los, grüßt kaum rechts und links und schmeißt sich voller Wonne in eine Senke, die noch voller prächtig duftender eklig und durchdringend stinkender Gülle steht.

Hier seht ihr mich, wie ich  mit gerümpfter Nase, spitzen Fingern und gedanklich vor mich hinschimpfend die Blätter-und-Äste-Panade entferne.
 Die kleine Cooper im Hintergrund sieht immer so aus: dunkle Abzeichen im zobelfarbenen Fell. Pipa sieht ausgerechnet heute so aus - aber das ist gefärbt und noch nicht getrocknet und stinkt erbärmlich!!!  Preist euch glücklich, dass es hier keine Geruchsbilder gibt.
Und eigentlich sollte sie mitkommen zu einer Ratssitzung, wo sie normalerweise immer ganz entspannt unter meinem Stuhl liegt - aber das wäre eine richtige Stunksitzung geworden und gar nicht gut gekommen.

Also war stattdessen Duschen angesagt - mit Seife. The dog was not amused.


Tja, und weil doch Schadenfreude eine schöne Freude ist - und weil ich inzwischen auch über dieses Missgeschick lachen kann, zeige ich mal die Fotos davon. Einen "Wohlgeruch"  darf sich jeder Leser selbst vorstellen... (Tipp: Dieser erdige Geruch von Waldboden, dazu das Rascheln des Laubes - so ein Waldspaziergang hat was...)


Mittwoch, 21. November 2012

Wichtige Lektion

Ich lese gerade ein wundervoll poetisches Buch: "Das Labyrinth der Wörter" von Marie-Sabine Roger. Das ist vor 2 Jahren schon als Film mit Gerard  Depardieu in der  Hauptrolle in in den Kinos gewesen - und ich habe es gar nicht mitbekommen, obwohl der mir eigentlich immer auffällt...

Hier folgt jetzt keine Buchbesprechung, sondern nur ein kleiner Absatz von Seite 72, wo die 94jährige Margueritte (bibliophile Akademikerin) dem eher schlichten Analphabeten Germaine sein erstes Buch schenkt:

Ich habe mich bedankt und gesagt, dass es nett von ihr wäre. Und dass ich mich freute.
Sie hat gelächelt. "Die Freude ist ganz auf meiner Seite, Germain, glauben Sie mir! Man darf Bücher nicht egoistisch lieben, Bücher genauso wenig wie alles andere. Wir sind nur auf Erden, um Dinge weiterzugeben, wissen Sie... Zu lernen, seine Spielsachen zu teilen, ist wahrscheinlich die wichtigste Lektion, die man sich im Leben aneignen muss. ..."

Hach, ich habe heute eine wichtige Lektion gelernt. Und weil ich meine Spielsachen fürderhin teilen will, empfehle ich das Buch weiter...

Montag, 19. November 2012

- Ein Gastbeitrag -


 Ich versteh die Welt nicht mehr. Da wühlt die Prinzenrolle in der feinsten Wolle und schwärmt von ihrem neuen Hut. Filzen ist angesagt, sagt sie.



Da überlegt sie, ob grün mit blau...oder doch braun mit grau...Ich hör nur noch: Filzen,  filzen, filzen.  

Und weil ich die Prinzenrolle ja klasse finde, filze ich auch. Ich filze, so gut ich kann. Ich brauch nicht mal Olivenseife dafür - ich brauch gar keine Seife und produziere doch den feinsten Filz. Und was soll ich euch sagen? Auf einmal ist ENTfilzen angesagt! Ja was denn nun?


Filzen oder Entfilzen? Erklär mir einer die Frauen...

Wuff! Eure Pipa

Samstag, 17. November 2012

Nähfrust

Ach, wäre ich doch in Berlin beim BloggerInnen-Treffen!
Oder im Sauerland zum Spiele-Treff.

Was mach ich stattdessen? Ich versuche zum xten Male, mein gelbes Kordkleid tragbar zu machen.

Die liebe patchworklady hat mir schon vor Monaten im Tausch ein Monogramm gestickt, das mir so gut gefallen hat. PL für PrinzenroLle. Ich habe stundenlang auf dem Stoffmarkt in Köln einen passenden Stoff zu dem blauen Leinen gesucht - und endlich diesen gelben Kord gefunden. Und daraus einen gelben Sack genäht. Den zeig ich wirklich nicht her. Sollte eigentlich ein Kleid werden. Ist ein gelber Sack geworden.


Jetzt setze ich mich mal selbst unter Druck, indem ich das Monogramm poste.  Und das Dilemma... Und hoffe, dass ich es bis Mittwoch schaffe, daraus ein vorzeigbares Kleid zu recyclen...

Grüße nach Berlin und in den Rest der Welt!

Samstag, 10. November 2012

Arsch huh!



Nä, wat war dat früher ne superjeile Zick (z.B. vor 20 Jahren auf dem Chlodwigplatz in Köln)... aber heute gibt es ja auch noch gute Tage!

Montag, 5. November 2012

Cap Craft Along (4)


Voilà, hier isser


Erst mochte ich ihn ja nicht so recht, irgendwie erschien er mir zu hoch.


Orientiert hatte ich mich nämlich an meinem geliebten gestreiften Hut. Aber beim Filzen habe ich festgestellt: Die Streifen sind wahrscheinlich trocken aufgefilzt worden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass so regelmäßige Streifen nass gefilzt wurden. Also hab ich erst mal uni gefilzt, nur die Krempeninnenseite ist hellgraue Wolle. Die schlägt an der Krempe auch ganz leicht durch, was mich optisch aber nicht stört. Zurerst habe ich analog zum roten Filzband des schwarzen Hutes eine grüne Filzrolle für den braunen gefertigt - hat mir aber nicht so gut gefallen.


Dann habe ich bei einem Handwerkerstand auf der Spielemesse in Essen eine ganze Reihe hoher Hüte entdeckt und festgestellt, dass die schon ihren Charme haben. Zwar sind das alles Herrenhüte im Stil der frühen Industriealisierung - aber ich seh ja auch nicht aus wie ein Mädchen...


 Also habe ich mich dran gemacht, aus der Unfall-Lederjacke meines Liebsten, aus der ich schon diese Stulpen hergestellt habe, ein breites Lederband herzustellen.  Ich finde, dieses wunderbar weiche Leder passt vom Stil her gut. Das Hutband besteht aus dem abgetrennten Bündchen des Blouson, so dass es leicht zu nähen war (per Hand in den vorgegebenen Steppnähten).


Und dann wurde ich übermütig und habe mich auf Federschmuck gespitzt. Die Federn in meinem Fundus von Dingen, die man bestimmt noch mal brauchen kann, habe ich zusammengebunden und mit einer Sicherheitsnadel versehen. So kann ich den Federschmuck auch wieder entfernen oder wechseln.


Und weil ich das mit der eigentlich missglückten Höhe nicht so auf sich beruhen lassen wollte, habe ich gleich noch einen zweiten Hut gefilzt: Ich habe von der Schablone oben 7 cm abgeschnitten und einen uni grauen Hut gefertigt, der in der Kopfform jetzt schön rund geworden ist, wie ich es ursprünglich haben wollte. Beim Aufschneiden der Hohlform habe ich etwas viel abgeschnitten. Die Form ist ganz ok so, aber eigentlich mag ich eine etwas breitere Krempe lieber. Die Farbe ist in echt ungefähr tirolerhutgrau, der seltsame Braunton kommt vom Kunstlicht. Für diesen Hut habe ich nur 100 g Wolle genutzt.
Das ist übrigens auch der Grund, weshalb ich nassfilzen besser finde als strickfilzen. Beim Strickfilzen braucht man meiner (schlechten) Erfahrung nach deutlich mehr Gramm an Wolle, was den Hut einfach zu schwer macht. Mein erster Strickfilz-Hut fühlte sich an wie ein Helm und landetet in der Tonne. Außerdem ließ die Form sich nicht so gut ausarbeiten, so dass ich einen etwas unförmigen Topfhut als Resultat hatte. (Aber möglicherweise sind andere da geschickter...)



So, jetzt weiß ich, wie es geht. Ich mach mir bestimmt noch welche, denn ich trage gerne Hüte.

Ich fasse noch einmal zusammen, was man meiner Erfahrung nach dafür braucht:


  • Einen stabilen Tisch (Arbeitsplatte), den man z.B. mit einem Wachstuch vor Feuchtigkeit schützen kann.
  • 100 bis 120 g Filzwolle (als Vlies oder kardiert=gekämmt)
  • Schablone, z.B. aus Noppenfolie oder Folie zum Auslegen von Küchenschubladen
  • Wasser (warm ist angenehmer, muss aber nicht sein) gern aus einer Sprühflasche - mit Seife versetzt
  • Seife, z.B. Olivenseife oder auch Kernseife, Schmierseife soll auch funktionieren (muss auf jeden Fall nach dem Filzen ausgewaschen werden)
  • Nylongewebe (Fliegengitter, dichte Gardine o.ä.), damit die Wolle nicht an das Handtuch filzt
  • Schere zum Aufschneiden an der Hutkrempe, wenn die Wolle angefilzt ist und über der Schablone zu spannen beginnt
  • Frotteehandtuch zum Walken
  • Bügeleisen zum Ausformen
  • Kopfmodell, Schüssel oder irgendetwas Geeignetes, um den Stumpen darüber auszuformen (da werde ich mir noch was basteln...)
  • ggf. Hutband oder Schmuck zur Zierde, ggf. Schweißband - das habe ich aber nicht eingenäht, lässt sich aber gut aus Ripsband fertigen und mit der Hand einnähen, wenn gewünscht.
Im Grunde geht es ziemlich flott, so einen Hut herzustellen. Am aufregendsten waren für mich die ganzen Vorüberlegungen und die Überwindung, wirklich mal anzufangen. Deshalb bin ich Miss Margerite echt dankbar - ich weiß nicht, ob ich mich ohne diese Cap-Craft-Along-Aktion überhaupt drangemacht hätte. Wolle hatte ich nämlich schon letztes Jahr gekauft. Die muss ich jetzt mal suchen für einen dritten Hut...

Wichtig ist sorgfältiges Auslegen der Wolle und sauberes Arbeiten am Rand der Schablone. Sobald man mit Wasser zu arbeiten beginnt, kann man die Arbeit nicht mehr unterbrechen. Dann muss man durchhalten bis die Form einigermaßen stimmt. Dann nur noch die Seife auswaschen und trocknen lassen. 
Bei mir hat das Filzen und Walken ungefähr 3 Stunden gedauert, aber ich denke, mit etwas Routine wird es schneller gehen.
Jedenfalls hat mir die Aktion Spaß gemacht und von dem Ergebnis bin ich ganz angetan. Die Regenprobe haben beide Hüte schon bestanden - und ich mag die Blicke der Frauen auf der Straße! 

Kein großes Ding - also nur Mut, wenn jemand auch gern einen selbst gefilzten Hut haben möchte. Falls jemand konkrete Fragen zur Herstellung hat, beantworte ich die gerne noch... Und hier  bei Hella gibt es heute die übrigen fertigen Caps zu bewundern - und natürlich Hellas coole blaue Schiebermütze... 


Donnerstag, 1. November 2012

Jahrestag

Gestern war 32. Jahrestag dieses Konzerts im Metropol in Berlin.


Ich würde heute wieder hingehen... Und irgendwie passt der Song zu meiner Stimmung des heutigen Tages.

Mittwoch, 31. Oktober 2012

Accessoires

Auf dem Rückweg vom Markt schlendere ich immer einmal durch unser kleinstädtisches Kaufhaus, wo die heutigen Bilder entstanden sind. Ehrlich gesagt sind mir andere Fotografinnen lieber als Selbstportraits, aber heute passt es mir dentistenbedingt nicht so recht mit meiner narkose-schiefen Schnüss unters Volk zu gehen.

Präsentieren kann ich an Selbstgemachtem:





Dies ist mein zweiter gefilzter Hut. Zur Entstehungsgeschichte könnt ihr bei Interesse am nächsten Montag nachlesen, dem Finale des Cap-Craft-Along von Miss Margarite. Orientiert habe ich mich dabei diesmal wirklich an der skizzierten Vorlage meiner Wollhändlerin - beim Erstversuch  hatte ich ja eigene (dumme) Vorstellungen davon...



Unter dem Mantel blitzt mein roter Pullover hervor, den ich schon in meinem allerersten Post vorgestellt habe. Da wollte ich noch nicht erkannt werden und habe mein Gesicht verpixelt - das hätte ich heute mit meinem schiefen Lächeln eigentlich auch machen können ... Dieser Pullover hat einen ziemlich weiten, mit einem hellgrauen Walk belegten Stehkragen, der Platz bietet für die schönsten Tücher...
 Heute  habe ich dieses Tuch um den Hals geschlungen, an dem ich im letzten Jahr so einiges ausprobiert habe - denn Stricken ist auch (noch) nicht so meine Stärke. Wenn ich mich recht erinnere, kommt dieses unterschiedliche Rippenmuster auf der rechten/linken Seite dadurch zustande, dass für die Hinreihen eine recht dicke Stricknadel, für die Rückreihe eine dünne benutz wurde, jeweils einfach *1r 1l*.
Ausprobiert habe ich auch: wie häkel ich eine Rose? Irgendwo in den Tiefen des Internet habe ich dafür eine Anleitung gesehen, die ich auch gerne weitergeben würde, aber gerade nicht finde... Ferner sind die Tuchenden geschmückt mit zwei großen Perlmutt-Knöpfen, gekontert von schwarzen Kugelknöpfen und je einem kleinen Quast.
Hm, dieser Hang zur sinnfreien Deko ist verhältnismäßig neu bei mir. Mal sehen, ob es schlimmer wird...


Auch Spitze war bisher nicht so meins. Ich probiers gerade aus und stelle fest: Gar nicht sooo doof.
Die Vorlage habe ich in einem Musterbuch für Häkelmuster und -spitzen gefunden. Ich sehe so was und überlege, wie das wohl geht. Und MUSS das einfach mal ausprobieren.
Anschließend steh ich da und habe ein graues Häkeldeckchen in der Hand - und frage mich, ob ich noch alle Tassen im Schrank habe. Was soll ICH mit einem Häkeldeckchen???
Weil ich das Deckchen doch ganz hübsch fand, habe ich flugs ein zweites gehäkelt und die Teile auf Armstulpen genäht. Und DIE sind entstanden aus einer grauen Strumpfhose, der ich im Laufe der Jahre entwachsen bin und die in der Winterstrümpfe-Schublade nur Platz weggenommen hat.
(Das mache ich jetzt übrigens mit allen Strumpfhosen, die ich aus irgendwelchen Gründen nicht mehr anziehen oder weitergeben mag/kann: Höschenteil abschneiden, Füße abschneiden und die Beinlinge weiterverarbeiten.)

Hach, schon wieder zu viel geschwätzt. Bleibt mir nur noch der Verweis auf  diese Seite, wo heute Julia präsentiert, was die anderen MMM-Damen so an selbst gefertigten Sachen tragen und wo - ein Tipp - Mema ebenfalls ihren neuen Hut vorstellt. Viel Spaß beim Stöbern!

Sonntag, 28. Oktober 2012

Familienausflug

Das schöne Wetter haben wir heute genutzt für einen "Familienausflug"  (= Hundegeschwister und -eltern)
Beim Toben der Geschwister geht gleich die Post ab. 
So sauber sind wir zum Spaziergang gestartet. 
Und wovon träumt mein Hund?

 (ohne Worte) 
Pipa gewann den heutigen 
Award einer Dreckstöle Schlammbadprinzessin!

 Und kurz darauf waren die beiden Lieblingsschwestern nicht mehr 
vom umgepflügten Acker zu unterscheiden...

Wenn Pipa gleich noch ordentlich abrieselt, hat sie Glück - sonst wird erbarmungslos geduscht!

Genießt den sonnigen Sonntag - und zieht euch für einen Spaziergang warm an, denn es ist kalt geworden!

Dienstag, 23. Oktober 2012

Cap Craft Along (3)


Der nächste Termin zum Cap Craft Along ist übermorgen, aber dann werde ich keine  Zeit haben zu posten und zu verlinken. Das werde ich nachholen - aber vielleicht findet die eine oder andere ja trotzdem schon mal her...

Heute also ein Bericht, wie ich meinen Western-Bestatter-Hut fabriziert habe. Und so sieht's gerade aus:

Fast fertig - nächste Woche gibt es hoffentlich ein Bild mit Garnitur...

Vorab: Einen Hut zu filzen ("nass filzen") ist einerseits leichter als befürchtet, andererseits schwerer als erhofft.
Und nochmal vorab: Es hat so viel Spaß gemacht, dass das nicht mein letztes selbst gefertigtes Modell war! Ich habe schon Pläne für einen weiteren Hut...

Zur Erinnerung: (im Cap Craft Along 2 beschrieben...)


Man fertigt sich nach den eigenen Kopfmaßen eine Schablone, beispielsweise aus der Plastikfolie vom Schweden, die zum Auslegen von Küchenschubladen gedacht ist. Die ist gut geeignet, weil sie eine ausreichende Festigkeit hat.

So sah meine aus - und ich weise direkt mal auf einen zwei Fehler hin, den die ich gemacht habe und den die ich beim nächsten Mal vermeiden werde: Ich habe so einen Knick an der Stelle, wo der Hut aufsitzen wird. Diesen Übergang vom Hutkörper zur Krempe kann man bei der Schablone besser begradigen.
Zweitens war falsch, dass die Schablone oben nicht abgerundet war. Sie sollte definitiv NICHT solche Ecken haben wie bei mir.


 Dann belegt man die Schablone schön gleichmäßig mit Filzwolle. Für einen Hut mit breiter Krempe braucht man etwa 120 Gramm, eher weniger. Der fertige Hut soll ja nicht zu schwer werden - Helme filzen wäre eine andere Aufgabe...

Für meinen ersten Hut habe ich die Wolle als Vlies gewählt. Das ist vielleicht etwas leichter als kardierte Wolle im Strang. Hat jedenfalls ganz gut geklappt. (Für den nächsten Hut nehme ich aber noch feinere Merinowolle im Strang. DIE Wolle wird dann in 4 ganz dünnen Lagen ausgelegt, die jeweils senkrecht zueinander orientiert sind.)

 Jetzt kommen ein paar Fotos zur Illustration der aufeinanderfolgenden Arbeitsschritte.

Links sieht man gleichmäßig ausgelegte Wolle, im rechten Bereich muss die Wolle noch etwas auseinander gezogen werden, damit es gleichmäßiger wird.

Zum Filzen braucht man später ein Kunststoff-Netz, an dem die Wolle nicht haften bleibt. Ich habe Fliegengitter für Fenster benutzt, das hatte ich noch im Haus - eignet sich prima. Man könnte auch Gardine nehmen, habe ich gehört.

 Dieses Fliegengitter habe ich provisorisch mit riesigen Büroklammern befestigt, um die ausgelegte Woll-Fläche zu wenden. (Das muss man nicht so machen, war für mich nur eine Erleichterung.)
 Die Menge an Wolle für eine Seite habe ich übrigens genau abgewogen: 50 Gramm braune Wolle und für den inneren Krempenrand 10 Gramm in grau. Dies hier ist die eine Seite des künftigen Hutes, auf den die Schablone draufgelegt wird und dann noch einmal spiegelbildlich die gleiche Menge Wolle.
 Beim Auflegen der Wolle muss man besonders drauf achten, dass am Rand der Schablone jeweils eine Lage schön = stramm um den Rand gelegt wird. Es darf nicht zu viel Material werden, weil es sonst eine Wulst gibt. Von außen nach innen  mit den Händen feststreichen.
Zwischendurch habe ich mir geholfen, indem ich alles mal mit dem Fliegengitter und Klammern fixiert habe. Eigentlich ist es nämlich ein richtiger Berg Wolle und es wird sonst etwas unübersichtlich.
Das wird gleich besser, wenn das Material leicht angefeuchtet wird.



 Jetzt wird es spannend: Die Wolle wird (durch das Netz) mit Seifenwasser angesprüht. Ich habe etwas Olivenseife (Schmierseife geht auch, aber Olivenseife ist bessere Pflege für die Hände...) in einen Wäsche- oder Blumensprüher mit warmem Wasser gegeben. Das Wasser dürfte aber auch kalt sein.
 Die Seife ist eigentlich nur ein Gleitmittel für die Hände und erleichtert das Filzen. Sie wird später ausgewaschen. Man benetzt die Wolle und drückt sie mit den Händen zusammen. Dabei macht man leichte, kreisende Bewegungen und hofft inständig, dass die Wolle doch bitte anfangen möge, aneinander zu haften.
 Tut sie irgendwann.
Am Rand der Schablone streicht man nach innen. Und drückt die Fasern durch das Netz hindurch mit streichenden, kreisenden Bewegungen zusammen. Dann wendet man das in Netz eingeschlagene Wollpaket und bearbeitet die andere Seite genauso. Mit Seifenwasser benetzen
 und immer wieder drüberstreichen. Irgendwann macht es "klick" - natürlich im übertragenen Sinne, und die Wolle bekommt Griff. Glücksgefühl!!!
Dann sieht es etwa so aus wie rechts. Jetzt kann man das Teil auch schon ohne Netz wenden und mit den Händen bearbeiten.
 Dann hat man auch schon bald den Eindruck, das Teil wird immer kleiner und der Schablone "wird es bald zu eng". Dann wird unten an der Krempe das Paket aufgeschnitten und man kann die Folie rausnehmen.
Hier sieht man, dass die Innenseite noch nicht verfilzt ist und die graue
Wolle noch kaum verbunden mit der braunen Außenseite.
Man kann den Hut jetzt wenden und die Innenseite genau so bearbeiten: mit Seifenwasser besprühen und mit den Händen drüberstreichen, bis die Wolle "packt". Danach kann man beherzter zupacken und das Teil richtig durchkneten.




 Wenn es so weit ist, hat der Filz eine hinreichende Festigkeit, dass man das Teil mal anprobieren kann.

UND DAS SOLL EIN HUT WERDEN???
Jetzt ist aber noch einige Arbeit notwendig, um das Teil "klein zu kriegen". Und das ist jetzt etwas Knochenarbeit. 
Walken geht so: Leicht anfeuchten, in Netz einschlagen, in Handtuch einschlagen und zusammenrollen. Feuchtigkeit rausdrücken.
Und das in jede Richtung!!! Mehrfach.

Dabei schrumpft die Wolle immer weiter zusammen und der Filz wird fester und fester. Und der Stumpen schrumpft und schrumpft - bis zu einer natürlichen Grenze. Man hört mit diesem Walken erst dann auf, wenn kein "Eingehen" mehr festzustellen ist - oder wenn eine Anprobe zeigt, dass bei weiterem Walken der Hut zu eng würde. Auch wenn die Arme lahm werden bei der ungewohnten Arbeit - diesen Bearbeitungsschritt kann man nicht groß unterbrechen. Sobald man nass arbeitet, muss man bis zum Ende durchhalten. (Frau Z. hat vorausgesagt, das dauere etwa 1 1/2 Stunden - bei mir hat es länger gedauert.)

Und das ist solche Knochenarbeit, dass ich keine Fotos davon schießen konnte. Deshalb hier etwas mehr Prosa...

Dann kommt der vorletzte Schritt: Die Seife wird gründlich ausgewaschen. Gründlich. (Sonst gibt es weiße Ränder von der Seife und sonst schäumt es irgendwann, wenn man in den Regen kommt.) Anschließend wird der Stumpen getrocknet. Darf man sogar auf der Heizung. Bei mir war noch keine Heizung an, deshalb habe ich erst mal einen Spaziergang mit dem Hund gemacht. 
Und danach das Bügeleisen angeheizt. Und die Krempe plattgebügelt. Und dabei breiter und breiter gezogen. Das ging ganz leicht und hat Spaß gemacht! (Die Höhe war leider nicht mehr zu reduzieren. Hab ich halt eine Art Zylinder.) Et voilà -

In Ermangelung eines Holzkopfs, den eine Modistin jetzt nutzen würde, habe ich die Form über dem Porzellantopf (links hinter dem Hut) ausgearbeitet. Den oberen Rand habe ich mit den Fingern gekniffelt. und die Krempe gebügelt. (Rechts hinter dem Hut der Rest Seifenwasser im Sprüher) . 
In der nächsten Ausgabe zeige ich noch, wie ich eine "Garnitur" zufüge um die Höhe optisch etwas zu reduzieren, ob ich evtl. noch ein Schweißband einnähen muss/will - und wie ich die Schablone für die kommenden Hüte abändere...

Und hier bei Miss Margerite könnt ihr die anderen Kopfbedeckungen  bewundern... ähem, das kommt, wie eingangs gesagt, erst später... das habe ich auch aus der Ferne geschafft zu verlinken - ich lern dazu *freu*

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