Mittwoch, 28. November 2012

nebelkrähen-grau vs. wellensittich-grün

Heute mal wieder dabei beim MeMadeMittwoch, wo heute Wiebke vorturnt den Reigen der Frauen anführt, die selbstgeschneiderte Kleidung tragen. Schließlich habe ich wieder mal was Neues vorzuführen.

Damit ich nicht immer aussehe wie eine große graue Nebelkrähe, wenn ich bei novembergrauem Wetter meinen Hund lüfte, habe ich mir meinen heißgeliebten anthrazitfarbenen Walk-Mantel zum Vorbild genommen, ausgemessen, und beim Stoffmarkt im Oktober bei den Waschwolle-Coupons zugeschlagen. Und konnte es jemand ahnen? Grün!


Et voilà: mein grüner Mantel! Der hält natürlich keinen Vergleich aus mit all den wunderbaren Schöpfungen vom Wintermantel-sew-along, das letzten Sonntag zum Abschluss gekommen ist. Aber das Teil in Grau habe ich schon mehrere Winter gerne getragen - also werde ich auch dieses Teil in Grün lieben - da bin ich sicher. Ungefüttert, auf einen großen Hornknopf zu schließen, große Kapuze und insgesamt leicht mittelalterliche Anmutung.
Meinen selbstgefilzten braunen Hut finde ich ganz passend dazu.
(Drunter trage ich übrigens meinen roten Walkpullover, den ich in meinem allerersten Post vorgeführt habe - inzwischen leicht entschärft.)


Hier kann ich noch etwas Hübsches dazu vorweisen: patchwork-gestrickte Stulpen. Für mich, die ich nicht so leidenschaftlich stricke, ist diese Art des Strickens ideal: man hat nicht endlos lange Reihen auf der Nadel, wo einfach kein Vorankommen festzustellen ist bei der Arbeit. Gestrickt werden beispielsweise hier kleine Quadrate, bei denen die Reihen immer kürzer werden. Find ich klasse: ich kann immer "eben noch eins zu Ende stricken". Und keine Sorge, man muss nicht alles mühsam zusammennähen und 1000 Fäden vernähen: Die Quadrate werden aneinander gestrickt und die Fäden "eingewebt".
Bei Alpenrose habe ich gelernt, wie es geht - vielen Dank dafür.


Die Technik habe ich also an diesen Stulpen ausprobiert, die man auf verschiedene Weise tragen kann - Spitze nach oben oder unten oder innen oder außen... und es hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich jetzt ein größeres Projekt in Angriff genommen habe...

Und jetzt geh ich mal nachsehen, ob die anderen Damen heute eher bunt  oder in schickem Novembergrau gewandet sind!

Eine schöne Woche!

Freitag, 23. November 2012

Stunksitzung

Ich teile nicht nur meine Spielsachen (s.voriges Post), sondern auch gerne mal ein Missgeschick, und zwar hiermit mit (frei nach Heinz Erhard).

 Schon letzte Woche hat der Bauer auf meiner bevorzugten "Hundewiese" Gülle ausgebracht - und clever, wie ich bin, sind wir die letzten Tage woanders rumgelaufen. Im Wald ist es zur Zeit ja auch ganz schön. Pilze und so.
Jetzt denke ich: Okay, die Wiese sieht gut aus, da sind auch genug Hunde zum Toben, da können wir wieder hin. Ich riech auch nichts mehr.

Und mit einem fröhlichen Jippijeeeeh auf den Lippen - so sieht es jedenfalls aus - stürmt Pipa los, grüßt kaum rechts und links und schmeißt sich voller Wonne in eine Senke, die noch voller prächtig duftender eklig und durchdringend stinkender Gülle steht.

Hier seht ihr mich, wie ich  mit gerümpfter Nase, spitzen Fingern und gedanklich vor mich hinschimpfend die Blätter-und-Äste-Panade entferne.
 Die kleine Cooper im Hintergrund sieht immer so aus: dunkle Abzeichen im zobelfarbenen Fell. Pipa sieht ausgerechnet heute so aus - aber das ist gefärbt und noch nicht getrocknet und stinkt erbärmlich!!!  Preist euch glücklich, dass es hier keine Geruchsbilder gibt.
Und eigentlich sollte sie mitkommen zu einer Ratssitzung, wo sie normalerweise immer ganz entspannt unter meinem Stuhl liegt - aber das wäre eine richtige Stunksitzung geworden und gar nicht gut gekommen.

Also war stattdessen Duschen angesagt - mit Seife. The dog was not amused.


Tja, und weil doch Schadenfreude eine schöne Freude ist - und weil ich inzwischen auch über dieses Missgeschick lachen kann, zeige ich mal die Fotos davon. Einen "Wohlgeruch"  darf sich jeder Leser selbst vorstellen... (Tipp: Dieser erdige Geruch von Waldboden, dazu das Rascheln des Laubes - so ein Waldspaziergang hat was...)


Mittwoch, 21. November 2012

Wichtige Lektion

Ich lese gerade ein wundervoll poetisches Buch: "Das Labyrinth der Wörter" von Marie-Sabine Roger. Das ist vor 2 Jahren schon als Film mit Gerard  Depardieu in der  Hauptrolle in in den Kinos gewesen - und ich habe es gar nicht mitbekommen, obwohl der mir eigentlich immer auffällt...

Hier folgt jetzt keine Buchbesprechung, sondern nur ein kleiner Absatz von Seite 72, wo die 94jährige Margueritte (bibliophile Akademikerin) dem eher schlichten Analphabeten Germaine sein erstes Buch schenkt:

Ich habe mich bedankt und gesagt, dass es nett von ihr wäre. Und dass ich mich freute.
Sie hat gelächelt. "Die Freude ist ganz auf meiner Seite, Germain, glauben Sie mir! Man darf Bücher nicht egoistisch lieben, Bücher genauso wenig wie alles andere. Wir sind nur auf Erden, um Dinge weiterzugeben, wissen Sie... Zu lernen, seine Spielsachen zu teilen, ist wahrscheinlich die wichtigste Lektion, die man sich im Leben aneignen muss. ..."

Hach, ich habe heute eine wichtige Lektion gelernt. Und weil ich meine Spielsachen fürderhin teilen will, empfehle ich das Buch weiter...

Montag, 19. November 2012

- Ein Gastbeitrag -


 Ich versteh die Welt nicht mehr. Da wühlt die Prinzenrolle in der feinsten Wolle und schwärmt von ihrem neuen Hut. Filzen ist angesagt, sagt sie.



Da überlegt sie, ob grün mit blau...oder doch braun mit grau...Ich hör nur noch: Filzen,  filzen, filzen.  

Und weil ich die Prinzenrolle ja klasse finde, filze ich auch. Ich filze, so gut ich kann. Ich brauch nicht mal Olivenseife dafür - ich brauch gar keine Seife und produziere doch den feinsten Filz. Und was soll ich euch sagen? Auf einmal ist ENTfilzen angesagt! Ja was denn nun?


Filzen oder Entfilzen? Erklär mir einer die Frauen...

Wuff! Eure Pipa

Samstag, 17. November 2012

Nähfrust

Ach, wäre ich doch in Berlin beim BloggerInnen-Treffen!
Oder im Sauerland zum Spiele-Treff.

Was mach ich stattdessen? Ich versuche zum xten Male, mein gelbes Kordkleid tragbar zu machen.

Die liebe patchworklady hat mir schon vor Monaten im Tausch ein Monogramm gestickt, das mir so gut gefallen hat. PL für PrinzenroLle. Ich habe stundenlang auf dem Stoffmarkt in Köln einen passenden Stoff zu dem blauen Leinen gesucht - und endlich diesen gelben Kord gefunden. Und daraus einen gelben Sack genäht. Den zeig ich wirklich nicht her. Sollte eigentlich ein Kleid werden. Ist ein gelber Sack geworden.


Jetzt setze ich mich mal selbst unter Druck, indem ich das Monogramm poste.  Und das Dilemma... Und hoffe, dass ich es bis Mittwoch schaffe, daraus ein vorzeigbares Kleid zu recyclen...

Grüße nach Berlin und in den Rest der Welt!

Samstag, 10. November 2012

Arsch huh!



Nä, wat war dat früher ne superjeile Zick (z.B. vor 20 Jahren auf dem Chlodwigplatz in Köln)... aber heute gibt es ja auch noch gute Tage!

Montag, 5. November 2012

Cap Craft Along (4)


Voilà, hier isser


Erst mochte ich ihn ja nicht so recht, irgendwie erschien er mir zu hoch.


Orientiert hatte ich mich nämlich an meinem geliebten gestreiften Hut. Aber beim Filzen habe ich festgestellt: Die Streifen sind wahrscheinlich trocken aufgefilzt worden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass so regelmäßige Streifen nass gefilzt wurden. Also hab ich erst mal uni gefilzt, nur die Krempeninnenseite ist hellgraue Wolle. Die schlägt an der Krempe auch ganz leicht durch, was mich optisch aber nicht stört. Zurerst habe ich analog zum roten Filzband des schwarzen Hutes eine grüne Filzrolle für den braunen gefertigt - hat mir aber nicht so gut gefallen.


Dann habe ich bei einem Handwerkerstand auf der Spielemesse in Essen eine ganze Reihe hoher Hüte entdeckt und festgestellt, dass die schon ihren Charme haben. Zwar sind das alles Herrenhüte im Stil der frühen Industriealisierung - aber ich seh ja auch nicht aus wie ein Mädchen...


 Also habe ich mich dran gemacht, aus der Unfall-Lederjacke meines Liebsten, aus der ich schon diese Stulpen hergestellt habe, ein breites Lederband herzustellen.  Ich finde, dieses wunderbar weiche Leder passt vom Stil her gut. Das Hutband besteht aus dem abgetrennten Bündchen des Blouson, so dass es leicht zu nähen war (per Hand in den vorgegebenen Steppnähten).


Und dann wurde ich übermütig und habe mich auf Federschmuck gespitzt. Die Federn in meinem Fundus von Dingen, die man bestimmt noch mal brauchen kann, habe ich zusammengebunden und mit einer Sicherheitsnadel versehen. So kann ich den Federschmuck auch wieder entfernen oder wechseln.


Und weil ich das mit der eigentlich missglückten Höhe nicht so auf sich beruhen lassen wollte, habe ich gleich noch einen zweiten Hut gefilzt: Ich habe von der Schablone oben 7 cm abgeschnitten und einen uni grauen Hut gefertigt, der in der Kopfform jetzt schön rund geworden ist, wie ich es ursprünglich haben wollte. Beim Aufschneiden der Hohlform habe ich etwas viel abgeschnitten. Die Form ist ganz ok so, aber eigentlich mag ich eine etwas breitere Krempe lieber. Die Farbe ist in echt ungefähr tirolerhutgrau, der seltsame Braunton kommt vom Kunstlicht. Für diesen Hut habe ich nur 100 g Wolle genutzt.
Das ist übrigens auch der Grund, weshalb ich nassfilzen besser finde als strickfilzen. Beim Strickfilzen braucht man meiner (schlechten) Erfahrung nach deutlich mehr Gramm an Wolle, was den Hut einfach zu schwer macht. Mein erster Strickfilz-Hut fühlte sich an wie ein Helm und landetet in der Tonne. Außerdem ließ die Form sich nicht so gut ausarbeiten, so dass ich einen etwas unförmigen Topfhut als Resultat hatte. (Aber möglicherweise sind andere da geschickter...)



So, jetzt weiß ich, wie es geht. Ich mach mir bestimmt noch welche, denn ich trage gerne Hüte.

Ich fasse noch einmal zusammen, was man meiner Erfahrung nach dafür braucht:


  • Einen stabilen Tisch (Arbeitsplatte), den man z.B. mit einem Wachstuch vor Feuchtigkeit schützen kann.
  • 100 bis 120 g Filzwolle (als Vlies oder kardiert=gekämmt)
  • Schablone, z.B. aus Noppenfolie oder Folie zum Auslegen von Küchenschubladen
  • Wasser (warm ist angenehmer, muss aber nicht sein) gern aus einer Sprühflasche - mit Seife versetzt
  • Seife, z.B. Olivenseife oder auch Kernseife, Schmierseife soll auch funktionieren (muss auf jeden Fall nach dem Filzen ausgewaschen werden)
  • Nylongewebe (Fliegengitter, dichte Gardine o.ä.), damit die Wolle nicht an das Handtuch filzt
  • Schere zum Aufschneiden an der Hutkrempe, wenn die Wolle angefilzt ist und über der Schablone zu spannen beginnt
  • Frotteehandtuch zum Walken
  • Bügeleisen zum Ausformen
  • Kopfmodell, Schüssel oder irgendetwas Geeignetes, um den Stumpen darüber auszuformen (da werde ich mir noch was basteln...)
  • ggf. Hutband oder Schmuck zur Zierde, ggf. Schweißband - das habe ich aber nicht eingenäht, lässt sich aber gut aus Ripsband fertigen und mit der Hand einnähen, wenn gewünscht.
Im Grunde geht es ziemlich flott, so einen Hut herzustellen. Am aufregendsten waren für mich die ganzen Vorüberlegungen und die Überwindung, wirklich mal anzufangen. Deshalb bin ich Miss Margerite echt dankbar - ich weiß nicht, ob ich mich ohne diese Cap-Craft-Along-Aktion überhaupt drangemacht hätte. Wolle hatte ich nämlich schon letztes Jahr gekauft. Die muss ich jetzt mal suchen für einen dritten Hut...

Wichtig ist sorgfältiges Auslegen der Wolle und sauberes Arbeiten am Rand der Schablone. Sobald man mit Wasser zu arbeiten beginnt, kann man die Arbeit nicht mehr unterbrechen. Dann muss man durchhalten bis die Form einigermaßen stimmt. Dann nur noch die Seife auswaschen und trocknen lassen. 
Bei mir hat das Filzen und Walken ungefähr 3 Stunden gedauert, aber ich denke, mit etwas Routine wird es schneller gehen.
Jedenfalls hat mir die Aktion Spaß gemacht und von dem Ergebnis bin ich ganz angetan. Die Regenprobe haben beide Hüte schon bestanden - und ich mag die Blicke der Frauen auf der Straße! 

Kein großes Ding - also nur Mut, wenn jemand auch gern einen selbst gefilzten Hut haben möchte. Falls jemand konkrete Fragen zur Herstellung hat, beantworte ich die gerne noch... Und hier  bei Hella gibt es heute die übrigen fertigen Caps zu bewundern - und natürlich Hellas coole blaue Schiebermütze... 


Donnerstag, 1. November 2012

Jahrestag

Gestern war 32. Jahrestag dieses Konzerts im Metropol in Berlin.


Ich würde heute wieder hingehen... Und irgendwie passt der Song zu meiner Stimmung des heutigen Tages.
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