Montag, 27. Februar 2017

tierisch gut drauf


In Wuppertal gibt es eine Bandweberei, die neben den üblichen floralen Bändern oder grafisch gemusterten Borten auch so etwas Entzückendes fabriziert wie Ratten am laufenden Band...


Nach dem Besuch des Betriebes und angeschlossenen Museums habe ich eine davon eingefangen und hinten auf meine Kappe appliziert. Die ist jetzt tierisch gut drauf.

Ich bin ja doch ein Spielkind!

Freitag, 15. November 2013

Bewährungsprobe bestanden

Es ist Novemberwetter im November und es nieselt. Wie passend!

Und wie unangenehm, wenn man einen langhaarigen Hund hat - aber das war ja meine eigene Entscheidung...

Eben habe ich meinen am letzten Sonntag gefilzten Hut ausgeführt - er hat die Bewährungsprobe bestanden. Wasserdicht und formbeständig. Die Krempe ist breit genug, meine Brille sprenkelfrei zu halten. So soll es sein. Und etwas wärmend natürlich.
Der Hut ist zwar nicht so geworden, wie ich geplant hatte - nämlich von der Form her so wie der bowlerartige Hut von Mittwoch. Auch die Farbe ist nicht so peppig, wie ich gehofft hatte. Das Foto ist durch den Blitz stark aufgehellt - der dunklere Ton ist im Original schwarz und das Pink ist nicht so schön *, sondern eher ein dunkles Violett.


Diesmal habe ich mit einem Vorfilz gearbeitet, aus dem ich die Streifen ausgeschnitten hatte. Der Tipp dazu kam aus den Kreise meiner werten Leserinnen - vielen Dank, das hat geklappt!


Die Krempe habe ich - wie schon bei meinem Erstlingswerk - heller haben wollen und so ist der Hut von unten pink (jedenfalls mit Blitzlicht. Im Original eher violett.)


Die liebe A. hat sofort ausprobiert, welcher Lippenstift wohl am besten passt... Wir sind fündig geworden.

Falls ich mir nochmal einen Hut filze, werde ich die Form deutlich flacher machen. Aber erst mal ist genug. Mit sieben Exemplaren komme ich sicherlich gut behütet und farblich passend über den Winter. Und Filzen ist mal eine interessante Erfahrung für mich, wird aber sicherlich keine Leidenschaft.

Toll fände ich, wenn mehr Menschen Hüte trügen. Ich glaube nämlich, dass sonst die Fachgeschäfte gänzlich aussterben. Wahrscheinlich ist "Modistin" jetzt schon ein "aussterbender Beruf" - es wäre sooo schade um das Handwerk! Hach, was gibt es schicke Hüte! Es wäre wirklich ein Gewinn, die im Stadtbild öfter zu sehen! Ich würde Hüte sogar tragen, wenn sie so en vogue wären, dass alle sie trügen - Hüte sind einfach toll!




* Auf die Farbkombi bin ich übrigens durch meine Winter-Matsch-und-Regen-Stiefel gekommen. Die sind nämlich schwarz und haben pinke Sohlen - was man aber kaum sieht. Eigentlich nur, wenn ich sitze und die Beine übereinander schlage. Oder falls ich mal kopfüber in eine Baugrube fallen sollte - das wäre dann ein lustig bunter Anblick...

Donnerstag, 25. Juli 2013

Sonnenschutz...

... muss sein.

Diese Hüte waren im Angebot und einen davon finde ich ziemlich klasse - ratet mal, welchen.



Weiterhin fröhliches Schwitzen allen - seid ebenfalls gut behütet!

Mittwoch, 16. Januar 2013

Schneefest

Fast hätte ich ja was Neues präsentiert - aber nö, nicht bei Schnee, vielleicht nächste Woche.

Deshalb hier mein heutiges Outfit auf dem Weg zum Markt,  me made sind - von oben nach unten - Hut, Mantel, Pullover, Stulpen, Filztasche für Fotoapparat, Shirt und Socken. Hundeleine, Schal, Hose und Schuhe sind me buyed.

Selbstportrait

wärmende Stulpen

wachsame Pipa

im Visier einer Passantin

Hundeklo

Ich freue mich, dass sich der Hut als absolut praxis- und schneetauglich erweist. Inzwischen trage ich ihn sehr gern, nachdem ich das Band durch einen schmalen Filzstreifen ersetzt habe.
Den Mantel trage ich auch gern und häufig, aber nicht ganz so häufig wie den gleichen in Dunkelgrau. (Zu diesem grauen Mantel habe ich mir kürzlich ein ähnlich großes Tuch genäht, wie das, das ich hier trage. Könnte ich auch mal vorführen...)

Und jetzt geh ich hier mal nachsehen, was andere gut gewandete Damen im Schnee so tragen...
Eine schöne Woche wünsche ich euch allen!

Donnerstag, 10. Januar 2013

Vogelscheuche


Neulich beim Hundespaziergang...


... hatten alle viel Spaß, als ich fast in den Graben gefallen wäre und auf jeden Fall nasse Füße bekam.
(Die Vogelscheuche hier übrigens in meinem anthrazitfarbenen Lieblingspullover, den ich letzten MMM präsentiert habe.)

Montag, 5. November 2012

Cap Craft Along (4)


Voilà, hier isser


Erst mochte ich ihn ja nicht so recht, irgendwie erschien er mir zu hoch.


Orientiert hatte ich mich nämlich an meinem geliebten gestreiften Hut. Aber beim Filzen habe ich festgestellt: Die Streifen sind wahrscheinlich trocken aufgefilzt worden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass so regelmäßige Streifen nass gefilzt wurden. Also hab ich erst mal uni gefilzt, nur die Krempeninnenseite ist hellgraue Wolle. Die schlägt an der Krempe auch ganz leicht durch, was mich optisch aber nicht stört. Zurerst habe ich analog zum roten Filzband des schwarzen Hutes eine grüne Filzrolle für den braunen gefertigt - hat mir aber nicht so gut gefallen.


Dann habe ich bei einem Handwerkerstand auf der Spielemesse in Essen eine ganze Reihe hoher Hüte entdeckt und festgestellt, dass die schon ihren Charme haben. Zwar sind das alles Herrenhüte im Stil der frühen Industriealisierung - aber ich seh ja auch nicht aus wie ein Mädchen...


 Also habe ich mich dran gemacht, aus der Unfall-Lederjacke meines Liebsten, aus der ich schon diese Stulpen hergestellt habe, ein breites Lederband herzustellen.  Ich finde, dieses wunderbar weiche Leder passt vom Stil her gut. Das Hutband besteht aus dem abgetrennten Bündchen des Blouson, so dass es leicht zu nähen war (per Hand in den vorgegebenen Steppnähten).


Und dann wurde ich übermütig und habe mich auf Federschmuck gespitzt. Die Federn in meinem Fundus von Dingen, die man bestimmt noch mal brauchen kann, habe ich zusammengebunden und mit einer Sicherheitsnadel versehen. So kann ich den Federschmuck auch wieder entfernen oder wechseln.


Und weil ich das mit der eigentlich missglückten Höhe nicht so auf sich beruhen lassen wollte, habe ich gleich noch einen zweiten Hut gefilzt: Ich habe von der Schablone oben 7 cm abgeschnitten und einen uni grauen Hut gefertigt, der in der Kopfform jetzt schön rund geworden ist, wie ich es ursprünglich haben wollte. Beim Aufschneiden der Hohlform habe ich etwas viel abgeschnitten. Die Form ist ganz ok so, aber eigentlich mag ich eine etwas breitere Krempe lieber. Die Farbe ist in echt ungefähr tirolerhutgrau, der seltsame Braunton kommt vom Kunstlicht. Für diesen Hut habe ich nur 100 g Wolle genutzt.
Das ist übrigens auch der Grund, weshalb ich nassfilzen besser finde als strickfilzen. Beim Strickfilzen braucht man meiner (schlechten) Erfahrung nach deutlich mehr Gramm an Wolle, was den Hut einfach zu schwer macht. Mein erster Strickfilz-Hut fühlte sich an wie ein Helm und landetet in der Tonne. Außerdem ließ die Form sich nicht so gut ausarbeiten, so dass ich einen etwas unförmigen Topfhut als Resultat hatte. (Aber möglicherweise sind andere da geschickter...)



So, jetzt weiß ich, wie es geht. Ich mach mir bestimmt noch welche, denn ich trage gerne Hüte.

Ich fasse noch einmal zusammen, was man meiner Erfahrung nach dafür braucht:


  • Einen stabilen Tisch (Arbeitsplatte), den man z.B. mit einem Wachstuch vor Feuchtigkeit schützen kann.
  • 100 bis 120 g Filzwolle (als Vlies oder kardiert=gekämmt)
  • Schablone, z.B. aus Noppenfolie oder Folie zum Auslegen von Küchenschubladen
  • Wasser (warm ist angenehmer, muss aber nicht sein) gern aus einer Sprühflasche - mit Seife versetzt
  • Seife, z.B. Olivenseife oder auch Kernseife, Schmierseife soll auch funktionieren (muss auf jeden Fall nach dem Filzen ausgewaschen werden)
  • Nylongewebe (Fliegengitter, dichte Gardine o.ä.), damit die Wolle nicht an das Handtuch filzt
  • Schere zum Aufschneiden an der Hutkrempe, wenn die Wolle angefilzt ist und über der Schablone zu spannen beginnt
  • Frotteehandtuch zum Walken
  • Bügeleisen zum Ausformen
  • Kopfmodell, Schüssel oder irgendetwas Geeignetes, um den Stumpen darüber auszuformen (da werde ich mir noch was basteln...)
  • ggf. Hutband oder Schmuck zur Zierde, ggf. Schweißband - das habe ich aber nicht eingenäht, lässt sich aber gut aus Ripsband fertigen und mit der Hand einnähen, wenn gewünscht.
Im Grunde geht es ziemlich flott, so einen Hut herzustellen. Am aufregendsten waren für mich die ganzen Vorüberlegungen und die Überwindung, wirklich mal anzufangen. Deshalb bin ich Miss Margerite echt dankbar - ich weiß nicht, ob ich mich ohne diese Cap-Craft-Along-Aktion überhaupt drangemacht hätte. Wolle hatte ich nämlich schon letztes Jahr gekauft. Die muss ich jetzt mal suchen für einen dritten Hut...

Wichtig ist sorgfältiges Auslegen der Wolle und sauberes Arbeiten am Rand der Schablone. Sobald man mit Wasser zu arbeiten beginnt, kann man die Arbeit nicht mehr unterbrechen. Dann muss man durchhalten bis die Form einigermaßen stimmt. Dann nur noch die Seife auswaschen und trocknen lassen. 
Bei mir hat das Filzen und Walken ungefähr 3 Stunden gedauert, aber ich denke, mit etwas Routine wird es schneller gehen.
Jedenfalls hat mir die Aktion Spaß gemacht und von dem Ergebnis bin ich ganz angetan. Die Regenprobe haben beide Hüte schon bestanden - und ich mag die Blicke der Frauen auf der Straße! 

Kein großes Ding - also nur Mut, wenn jemand auch gern einen selbst gefilzten Hut haben möchte. Falls jemand konkrete Fragen zur Herstellung hat, beantworte ich die gerne noch... Und hier  bei Hella gibt es heute die übrigen fertigen Caps zu bewundern - und natürlich Hellas coole blaue Schiebermütze... 


Mittwoch, 31. Oktober 2012

Accessoires

Auf dem Rückweg vom Markt schlendere ich immer einmal durch unser kleinstädtisches Kaufhaus, wo die heutigen Bilder entstanden sind. Ehrlich gesagt sind mir andere Fotografinnen lieber als Selbstportraits, aber heute passt es mir dentistenbedingt nicht so recht mit meiner narkose-schiefen Schnüss unters Volk zu gehen.

Präsentieren kann ich an Selbstgemachtem:





Dies ist mein zweiter gefilzter Hut. Zur Entstehungsgeschichte könnt ihr bei Interesse am nächsten Montag nachlesen, dem Finale des Cap-Craft-Along von Miss Margarite. Orientiert habe ich mich dabei diesmal wirklich an der skizzierten Vorlage meiner Wollhändlerin - beim Erstversuch  hatte ich ja eigene (dumme) Vorstellungen davon...



Unter dem Mantel blitzt mein roter Pullover hervor, den ich schon in meinem allerersten Post vorgestellt habe. Da wollte ich noch nicht erkannt werden und habe mein Gesicht verpixelt - das hätte ich heute mit meinem schiefen Lächeln eigentlich auch machen können ... Dieser Pullover hat einen ziemlich weiten, mit einem hellgrauen Walk belegten Stehkragen, der Platz bietet für die schönsten Tücher...
 Heute  habe ich dieses Tuch um den Hals geschlungen, an dem ich im letzten Jahr so einiges ausprobiert habe - denn Stricken ist auch (noch) nicht so meine Stärke. Wenn ich mich recht erinnere, kommt dieses unterschiedliche Rippenmuster auf der rechten/linken Seite dadurch zustande, dass für die Hinreihen eine recht dicke Stricknadel, für die Rückreihe eine dünne benutz wurde, jeweils einfach *1r 1l*.
Ausprobiert habe ich auch: wie häkel ich eine Rose? Irgendwo in den Tiefen des Internet habe ich dafür eine Anleitung gesehen, die ich auch gerne weitergeben würde, aber gerade nicht finde... Ferner sind die Tuchenden geschmückt mit zwei großen Perlmutt-Knöpfen, gekontert von schwarzen Kugelknöpfen und je einem kleinen Quast.
Hm, dieser Hang zur sinnfreien Deko ist verhältnismäßig neu bei mir. Mal sehen, ob es schlimmer wird...


Auch Spitze war bisher nicht so meins. Ich probiers gerade aus und stelle fest: Gar nicht sooo doof.
Die Vorlage habe ich in einem Musterbuch für Häkelmuster und -spitzen gefunden. Ich sehe so was und überlege, wie das wohl geht. Und MUSS das einfach mal ausprobieren.
Anschließend steh ich da und habe ein graues Häkeldeckchen in der Hand - und frage mich, ob ich noch alle Tassen im Schrank habe. Was soll ICH mit einem Häkeldeckchen???
Weil ich das Deckchen doch ganz hübsch fand, habe ich flugs ein zweites gehäkelt und die Teile auf Armstulpen genäht. Und DIE sind entstanden aus einer grauen Strumpfhose, der ich im Laufe der Jahre entwachsen bin und die in der Winterstrümpfe-Schublade nur Platz weggenommen hat.
(Das mache ich jetzt übrigens mit allen Strumpfhosen, die ich aus irgendwelchen Gründen nicht mehr anziehen oder weitergeben mag/kann: Höschenteil abschneiden, Füße abschneiden und die Beinlinge weiterverarbeiten.)

Hach, schon wieder zu viel geschwätzt. Bleibt mir nur noch der Verweis auf  diese Seite, wo heute Julia präsentiert, was die anderen MMM-Damen so an selbst gefertigten Sachen tragen und wo - ein Tipp - Mema ebenfalls ihren neuen Hut vorstellt. Viel Spaß beim Stöbern!

Dienstag, 23. Oktober 2012

Cap Craft Along (3)


Der nächste Termin zum Cap Craft Along ist übermorgen, aber dann werde ich keine  Zeit haben zu posten und zu verlinken. Das werde ich nachholen - aber vielleicht findet die eine oder andere ja trotzdem schon mal her...

Heute also ein Bericht, wie ich meinen Western-Bestatter-Hut fabriziert habe. Und so sieht's gerade aus:

Fast fertig - nächste Woche gibt es hoffentlich ein Bild mit Garnitur...

Vorab: Einen Hut zu filzen ("nass filzen") ist einerseits leichter als befürchtet, andererseits schwerer als erhofft.
Und nochmal vorab: Es hat so viel Spaß gemacht, dass das nicht mein letztes selbst gefertigtes Modell war! Ich habe schon Pläne für einen weiteren Hut...

Zur Erinnerung: (im Cap Craft Along 2 beschrieben...)


Man fertigt sich nach den eigenen Kopfmaßen eine Schablone, beispielsweise aus der Plastikfolie vom Schweden, die zum Auslegen von Küchenschubladen gedacht ist. Die ist gut geeignet, weil sie eine ausreichende Festigkeit hat.

So sah meine aus - und ich weise direkt mal auf einen zwei Fehler hin, den die ich gemacht habe und den die ich beim nächsten Mal vermeiden werde: Ich habe so einen Knick an der Stelle, wo der Hut aufsitzen wird. Diesen Übergang vom Hutkörper zur Krempe kann man bei der Schablone besser begradigen.
Zweitens war falsch, dass die Schablone oben nicht abgerundet war. Sie sollte definitiv NICHT solche Ecken haben wie bei mir.


 Dann belegt man die Schablone schön gleichmäßig mit Filzwolle. Für einen Hut mit breiter Krempe braucht man etwa 120 Gramm, eher weniger. Der fertige Hut soll ja nicht zu schwer werden - Helme filzen wäre eine andere Aufgabe...

Für meinen ersten Hut habe ich die Wolle als Vlies gewählt. Das ist vielleicht etwas leichter als kardierte Wolle im Strang. Hat jedenfalls ganz gut geklappt. (Für den nächsten Hut nehme ich aber noch feinere Merinowolle im Strang. DIE Wolle wird dann in 4 ganz dünnen Lagen ausgelegt, die jeweils senkrecht zueinander orientiert sind.)

 Jetzt kommen ein paar Fotos zur Illustration der aufeinanderfolgenden Arbeitsschritte.

Links sieht man gleichmäßig ausgelegte Wolle, im rechten Bereich muss die Wolle noch etwas auseinander gezogen werden, damit es gleichmäßiger wird.

Zum Filzen braucht man später ein Kunststoff-Netz, an dem die Wolle nicht haften bleibt. Ich habe Fliegengitter für Fenster benutzt, das hatte ich noch im Haus - eignet sich prima. Man könnte auch Gardine nehmen, habe ich gehört.

 Dieses Fliegengitter habe ich provisorisch mit riesigen Büroklammern befestigt, um die ausgelegte Woll-Fläche zu wenden. (Das muss man nicht so machen, war für mich nur eine Erleichterung.)
 Die Menge an Wolle für eine Seite habe ich übrigens genau abgewogen: 50 Gramm braune Wolle und für den inneren Krempenrand 10 Gramm in grau. Dies hier ist die eine Seite des künftigen Hutes, auf den die Schablone draufgelegt wird und dann noch einmal spiegelbildlich die gleiche Menge Wolle.
 Beim Auflegen der Wolle muss man besonders drauf achten, dass am Rand der Schablone jeweils eine Lage schön = stramm um den Rand gelegt wird. Es darf nicht zu viel Material werden, weil es sonst eine Wulst gibt. Von außen nach innen  mit den Händen feststreichen.
Zwischendurch habe ich mir geholfen, indem ich alles mal mit dem Fliegengitter und Klammern fixiert habe. Eigentlich ist es nämlich ein richtiger Berg Wolle und es wird sonst etwas unübersichtlich.
Das wird gleich besser, wenn das Material leicht angefeuchtet wird.



 Jetzt wird es spannend: Die Wolle wird (durch das Netz) mit Seifenwasser angesprüht. Ich habe etwas Olivenseife (Schmierseife geht auch, aber Olivenseife ist bessere Pflege für die Hände...) in einen Wäsche- oder Blumensprüher mit warmem Wasser gegeben. Das Wasser dürfte aber auch kalt sein.
 Die Seife ist eigentlich nur ein Gleitmittel für die Hände und erleichtert das Filzen. Sie wird später ausgewaschen. Man benetzt die Wolle und drückt sie mit den Händen zusammen. Dabei macht man leichte, kreisende Bewegungen und hofft inständig, dass die Wolle doch bitte anfangen möge, aneinander zu haften.
 Tut sie irgendwann.
Am Rand der Schablone streicht man nach innen. Und drückt die Fasern durch das Netz hindurch mit streichenden, kreisenden Bewegungen zusammen. Dann wendet man das in Netz eingeschlagene Wollpaket und bearbeitet die andere Seite genauso. Mit Seifenwasser benetzen
 und immer wieder drüberstreichen. Irgendwann macht es "klick" - natürlich im übertragenen Sinne, und die Wolle bekommt Griff. Glücksgefühl!!!
Dann sieht es etwa so aus wie rechts. Jetzt kann man das Teil auch schon ohne Netz wenden und mit den Händen bearbeiten.
 Dann hat man auch schon bald den Eindruck, das Teil wird immer kleiner und der Schablone "wird es bald zu eng". Dann wird unten an der Krempe das Paket aufgeschnitten und man kann die Folie rausnehmen.
Hier sieht man, dass die Innenseite noch nicht verfilzt ist und die graue
Wolle noch kaum verbunden mit der braunen Außenseite.
Man kann den Hut jetzt wenden und die Innenseite genau so bearbeiten: mit Seifenwasser besprühen und mit den Händen drüberstreichen, bis die Wolle "packt". Danach kann man beherzter zupacken und das Teil richtig durchkneten.




 Wenn es so weit ist, hat der Filz eine hinreichende Festigkeit, dass man das Teil mal anprobieren kann.

UND DAS SOLL EIN HUT WERDEN???
Jetzt ist aber noch einige Arbeit notwendig, um das Teil "klein zu kriegen". Und das ist jetzt etwas Knochenarbeit. 
Walken geht so: Leicht anfeuchten, in Netz einschlagen, in Handtuch einschlagen und zusammenrollen. Feuchtigkeit rausdrücken.
Und das in jede Richtung!!! Mehrfach.

Dabei schrumpft die Wolle immer weiter zusammen und der Filz wird fester und fester. Und der Stumpen schrumpft und schrumpft - bis zu einer natürlichen Grenze. Man hört mit diesem Walken erst dann auf, wenn kein "Eingehen" mehr festzustellen ist - oder wenn eine Anprobe zeigt, dass bei weiterem Walken der Hut zu eng würde. Auch wenn die Arme lahm werden bei der ungewohnten Arbeit - diesen Bearbeitungsschritt kann man nicht groß unterbrechen. Sobald man nass arbeitet, muss man bis zum Ende durchhalten. (Frau Z. hat vorausgesagt, das dauere etwa 1 1/2 Stunden - bei mir hat es länger gedauert.)

Und das ist solche Knochenarbeit, dass ich keine Fotos davon schießen konnte. Deshalb hier etwas mehr Prosa...

Dann kommt der vorletzte Schritt: Die Seife wird gründlich ausgewaschen. Gründlich. (Sonst gibt es weiße Ränder von der Seife und sonst schäumt es irgendwann, wenn man in den Regen kommt.) Anschließend wird der Stumpen getrocknet. Darf man sogar auf der Heizung. Bei mir war noch keine Heizung an, deshalb habe ich erst mal einen Spaziergang mit dem Hund gemacht. 
Und danach das Bügeleisen angeheizt. Und die Krempe plattgebügelt. Und dabei breiter und breiter gezogen. Das ging ganz leicht und hat Spaß gemacht! (Die Höhe war leider nicht mehr zu reduzieren. Hab ich halt eine Art Zylinder.) Et voilà -

In Ermangelung eines Holzkopfs, den eine Modistin jetzt nutzen würde, habe ich die Form über dem Porzellantopf (links hinter dem Hut) ausgearbeitet. Den oberen Rand habe ich mit den Fingern gekniffelt. und die Krempe gebügelt. (Rechts hinter dem Hut der Rest Seifenwasser im Sprüher) . 
In der nächsten Ausgabe zeige ich noch, wie ich eine "Garnitur" zufüge um die Höhe optisch etwas zu reduzieren, ob ich evtl. noch ein Schweißband einnähen muss/will - und wie ich die Schablone für die kommenden Hüte abändere...

Und hier bei Miss Margerite könnt ihr die anderen Kopfbedeckungen  bewundern... ähem, das kommt, wie eingangs gesagt, erst später... das habe ich auch aus der Ferne geschafft zu verlinken - ich lern dazu *freu*

Mittwoch, 17. Oktober 2012

the untertaker

Bewährungsprobe bestanden: Heute hat es geregnet und ich habe meinen ersten selbstgefilzten Hut probegetragen: Wasserprobe bestanden!


Wenn ihr mögt, könnt ihr beim Begutachen mal hören, welche Assoziationen ich mit dem seltsamen Erscheinungsbild verbinde (Carol King, Smackwater Jack): Ich finde, ich sehe aus wie ein Bestatter in einem alten Western!




Zur Entstehungsgeschichte des Hutes könnt ihr bei Interesse im nächsten cap-craft-along nachlesen, da wird es eine Foto-Anleitung geben. Zeigen wollte ich nur noch kurz, wie ich meinen grau-grauen Paisley-Schal individualisiert habe: eins der Muster einfach in Grün- und Türkistönen nachgestickt. Fällt  kaum auf, ist aber ein nettes Detail...
Ansonsten trage ich nur schon mehrfach gezeigte Klamotten unter dem alten Trench meines Mannes, der diesen Bestatter-Look so schön unterstreicht...

Bei Meike - heute in leuchtendem Rot (klasse!) seht ihr, was die MMM-Frauen heute so tragen - viel Spaß dabei!

Montag, 15. Oktober 2012

Cap Craft Along (2)

Welches Modell wird mein Cap?
So also soll mein Hut im Prinzip aussehen:


Dieses Modell habe ich schon im letzten Winter gern getragen. Besonders gern, wenn ich bewundernde Blicke anderer Frauen sehen konnte - ich bin ja doch etwas eitel! Der Hut passt perfekt zu mir. Anthrazit ist mein Schwarz, die breite Krempe ist gut gegen Schneeflocken oder Regentropfen auf der Brille und das Design gefällt mir, weil es gradlinig und etwas ausgefallen ist - jedenfalls habe ich einen solchen Hut sonst noch nie gesehen. So was mag ich einfach.

Material beschaffe ich bei Frau Z. in unserem Städtchen. Die steckt gerade in der Produktion der entzückendsten Deko-Teile aus Filz, ich denke mal, schon fürs Weihnachtsgeschäft.  In ihre Kurse reinkommen zu wollen ist im Prinzip simpel, in der Praxis aber gar nicht so einfach, weil die im Januar fürs ganze Jahr schon ausgebucht sind...
Bei ihr habe ich auch nochmal Tipps für die praktische Umsetzung meines Vorhabens bekommen. Und sie hat mir angeboten, falls ich nicht weiterkomme, mit meinem guten Stück "vorzusprechen", denn Ferndiagnosen seien bei Schwierigkeiten nicht so einfach. Ich finde es immer wunderbar, wenn jemand mit eigenen Kenntnissen und Fertigkeiten einer Anfängerin hilfreich zur Seite steht. (Weshalb ich auch den Austausch über die Blogs inzwischen so liebe - danke dafür!)

Ihre Info: bei "feiner Wolle" brauche ich für einen Hut mit Krempe 120 Gramm. Der Einlauffaktor liegt dabei bei 40%. Also solle ich mir eine Schablone machen, die 40% größer ist als der fertige Hut, dann komme das schon hin. Sorgfältiges Auslegen der Wolle dauere etwa eine Stunde, das Nassfilzen und Walken anschließend etwa 11/2 Stunden - das muss man dann in einem Rutsch machen, bis der Hut die gewünschte Größe erreicht hat. Dann wird die Seife ausgewaschen und der Stumpen getrocknet. Und last but not least erfordere die Ausarbeitung durch Ziehen und Bügeln etc. auch noch seine Zeit. Sollte das klappen, geht das viel schneller, als ich bisher gedanklich veranschlagt habe - wär ja nicht schlecht.

Farblich passen soll der Hut zu diesen Matsch-Stiefeln, die ich auf meinen Hundespaziergängen bei nassem Herbst- und Winterwetter meist trage. Also mal braun. Zu diesen Schuhen passt nämlich sonst bisher fast gar nichts von meiner Garderobe.  (Ich hätte sie damals gern in schwarz mit schwarzweiß gemustertem Schaft und rotem Futter gekauft, was für mich perfekt gewesen wäre, allein die gab es nicht in meiner Größe - also muss jetzt ein passender Hut her!) Ich werde mal probieren, die Unterseite der Krempe aus heller Wolle zu machen. Ob grau oder rosa ist noch nicht ganz entschieden. Eher wohl grau.


Jetzt bastel ich mir erst mal eine Schablone nach dieser Konstruktionszeichnung von Frau Z.:



Wichtigstes Maß ist der Kopfumfang, bei mir 56cm, Breite der Schablone an der Stelle, wo der Hut aufsitzt, also 28cm + 40% = 39,2cm. 
Von diesem Punkt gemessen bis zur Mitte des Hutes sollen 18 cm sein, das Maß für die Schablone also 25,2cm.
Und für die Krempe rechne ich mit 11,2 cm, weil die fertig 8 cm breit werden soll.



Die Schablone habe ich ausgeschnitten aus einer Folie, die ein großes schwedisches Möbelhaus zum Auslegen von Küchenschubladen anbietet. Die ist ausreichend stabil und ganz leicht genoppt, was beim Filzen hilft...

Und das ist die Wolle, die ich letztendlich mitgebracht habe: 100 g in braun und 20 g in hellgrau für die Innenseite der Krempe. (Das eine rosa war mir etwas zu lieblich, das andere zu pink. Also grau, wie ich es mir fast gedacht habe...)

Und ehe ich mir jetzt überlege, wann ich mich an die eigentliche Arbeit mache, sehe ich mal hier bei Miss Margerite nach, wie weit die anderen so sind...


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