Mittwoch, 30. März 2016

Merkel-Bluse

Muss ich noch mehr dazu sagen? Eingebaute Raute...


Die Maße habe ich von einem Kaufshirt aus Leinen abgenommen, das ich gerne trage. Der rote Stoff ist eine ganz grob gewebte Wildseide, bei der ich Mühe hatte, die Nähte mit der Overlockmaschine zu versäubern. An den Seiten läuft der Saum in etwas längeren Spitzen aus, vorn ist ein 20x20 Quadrat aufgesetzt - meine Sonderform einer Raute - und darauf noch eine winzige rote Tasche mit einem genau passenden Knopf aus meinem Fundus.
Diese leicht taillierte Form mit den überschnittenen Schultern ersetzt demnächst meine ganz gerade geschnittenen "Überzieher". Das reicht mir als Ärmel und ich fege nicht immer alles vom Tisch mit den weiten Ärmeln wie z.B. hier und hier.
Die Hose ist die Nadelstreifenhose, in der ich sogar Gymnastik treiben kann.
Der Schal dient aktuell dazu, die schlecht sitzende Frisur zu kaschieren die Baustelle nicht sehen zu müssen. Demnächst wieder mit Blumen im Hintergrund beim MMM - hoffentlich schon nächsten Mittwoch!

Mittwoch, 5. März 2014

Sonnenschein!!!

Einen späten Gruß an diesem MMM - ich komme ziemlich erschöpft von einer 90.-Geburtstag-Feier, wo ich jede Menge Komplimente für meine edle/ausgefallene/extravagante/vornehme/... Jacke erhalten habe. Ohne Übertreibung, alles Vokabeln, die im Laufe des Tages gefallen sind.



Die Jacke ist vor zwei Wochen fertig geworden und ich habe sie hier schon ausführlicher vorgestellt. Und ich kann verraten: Es macht Spaß, sie zu tragen! Neulich hat sich ein schwer bepackter Paketbote auf der Straße nach mir umgedreht und spontan "Schöne Frau" gesagt  (Vielleicht galt es nicht der Jacke, sondern dem Hut, wer weiß?) - das ist mir bestimmt seit 20 Jahren nicht mehr passiert...

Beim MMM geh ich jetzt nachgucken, ob noch andere so müde in die Sonne blinzeln - oder beschwingt dem Frühling entgegenlachen - das wär wohl die bessere Option...

Mittwoch, 12. Februar 2014

Ostasiatische Jacke

Rote Chrysanthemen - ich konnte einfach nicht widerstehen. Diesen Coupon habe ich entdeckt und mich gleich verliebt, obwohl der Grundton des Stoffes Braun ist. Und Braun ist so gar nicht meine Farbe. Mir schwebte sofort eine "asiatische Jacke" vor Augen - wenn denn mal Zeit ist...


Ich habe sogar kurz überlegt, ob ich die linke, grüne Seite verarbeiten will, aber da sind die Blüten so fad. Also nein. Und bei genauerem Hinsehen sind es gar keine Chrysanthemen, was man gut an den Blättern erkennt: Rosen. Handtellergroße, üppige Rosen. Passt stilistisch trotzdem zum Plan, habe ich beschlossen.


Dann gab es zwei glückliche Fügungen in meinem Leben Alltag: Alex rief zu einer spannenden Aktion auf: Nix für Lemminge. Da gibt es inspirierende Recherchen zu koreanischen Jeogori und anderen koreanischen, chinesischen oder mongolischen Jacken. UND: in der vielgeschmähten Januarausgabe der Burda gab es einen einfachen Jackenschnitt in meiner ungefähren Größe, der mich ansprach wegen der Kragenlösung:


Blöd - das Bild bekomme ich jetzt  nicht mehr gedreht - bitte einfach einmal den Kopf nach rechts drehen.

Diese Jacke sollte es sein.  Beim Zuschnitt hatte ich leichtes Herzklopfen. Der Rapport ist schon beachtlich groß. Wo die Rosen platzieren? Wird der Stoff dann reichen? - Entwarnung: Alles easy geklappt. Und die Jacke war auch recht flott genäht. Nachdem ich kurzzeitig einen Knoten im Hirn hatte ("Welche Seite welchen Kragenteils jetzt an den Besatz? Welche an den Beleg? Hoffentlich muss ich nicht trennen..."). Fertig bis auf eine Kleinigkeit, für die ich gerne eure Tipps hätte:


Als ich so an mir runtersah, stellte ich mit Erschrecken fest, dass das rechte Vorderteil 1,5 cm zu lang ist! Wie konnte das denn passieren? Aber dann hat mich der Blick auf die Schemazeichung beruhigt: Ich habe akkurat gearbeitet. Wenn die Jacke so wie vorgesehen geschlossen wird, ist alles im Lot. Für den Verschluss suche ich noch eine Lösung. Die vorgeschlagenen Posamentenverschlüsse gefallen mir nicht so. Hat jemand eine bessere Idee?

Und noch ein Detail habe ich geändert - wie gut, dass wir individuell angepasst nähen können! Bei der Jacke waren keine Taschen vorgesehen. Und das geht bei mir gar nicht. Ich will die ja gar nicht vollstopfen. Aber wenigstens den Hausschlüssel und ein Taschentuch muss ich unterbringen können, ohne eine Handtasche mitnehmen zu müssen. Also habe ich mir vorne in den Saum eine Reißverschlusstasche reingebastelt:


Zum Abschluss der Präsentation noch eine gymnastische Übung, die mein Schwesterherz mir beim Fotografieren gern abverlangt und die mein Foto-Progamm automatisch zusammenstellt. Wie man sehen kann: Volle Beweglichkeit ist auch in dieser Jacke garantiert. Wichtig für mich!


Und natürlich der Hinweis darauf, dass man bei Catherine sehen kann, wer alles beim heutigen MeMadeMittwoch mitmacht. Sehr sehenswert, ihr Winterkostüm! Und all die anderen...

Donnerstag, 9. Januar 2014

Rote Jacke

Abschiedsfotos:



Ich mag kurze kastige Jacken so gern. Hier hatte ich schon die Geschichte dieser Jacke beschrieben - und heute habe ich sie zum letzten Mal getragen. Neben dem wunderbaren Material hat sie drei Details, die ich sehr gern mag: samtene Aufschläge am Ärmel - siehe oben, eine Rückenfalte - siehe unten


und - O-Ton meine Schwester: "Bauch einziehen!!!" - ein grau-weiß-rot gemustertes Futter fürs flutschige Anziehen:


Jetzt kommt das ABER: Irgendwie ist mir der Ärmel unbequem. Und ich habe einfach keine Lust, weiter an der Jacke rumzudoktorn.
Glück im Unglück: Meiner (schlanken) Schwester passt die Jacke, als wäre sie für sie geschneidert, sie steht ihr ausgezeichnet und sie gefällt ihr!

Mein Schwesterherz freut sich über das Geschenk und ich suche weiter nach einem Jackenschnitt, der in jeder Hinsicht konveniert - ich habe hier nämlich noch einen Stoff, der unbedingt eine kurze Jacke werden will...

Mittwoch, 18. Dezember 2013

anziehen, ausziehen, anziehen...

Heute trage ich die gleichen  Kleider wie vor zwei Wochen, in denen man auch Frühsport machen könnte - siehe da. Ich bin überhaupt so eine, die nicht viele Kleider braucht, aber am liebsten nur schöne. Lieblingsklamotten eben. Die könnte ich dann auch täglich tragen. Jetzt nicht gerade zwei Wochen lang, aber doch fast ständig, wenn es den Temperaturen und der Stimmung entspricht. Und soviel sei verraten: Ich leide nicht unter Stimmungsschwankungen...#

Aber heute heißt es für mich: Rein in die Klamotten, raus aus den Klamotten. Ich säume nämlich gerade meine neue rote Jacke und schwitze dabei Blut und Wasser.

Und zu der gibt es eine kleine Geschichte: Vor Jahren, als ich noch jung und schön war und noch Kleidergröße 38/40 trug, leistete ich mir einmal einen knallroten Wollmantel, der fast bodenlang war und geschnitten wie ein Bademantel - verschlusslos, Bindegürtel, Riesenkapuze. Der Mantel war auch damals außergewöhnlich und deshalb allein fand ich ihn schon schick. Allerdings hatte ich nach einiger Zeit stets die Assoziation: Ringer oder Boxer auf dem Weg zur Kampfstätte. Geht also gar nicht. Außerdem war das Teil einfach zu warm um es zu Hause als Strickjackenersatz zu tragen. Und auch zu kratzig. Aber eben so wunderschön rot...

Weil ich also den Stoff so schön finde - und sich keine modebewusste Frau in meinem Umkreis findet, die einen kratzigen Mohair-/Wollmantel tragen würde, habe ich mich auf die Suche nach einem Jackenschnitt gemacht. Gesucht war eine kurze (!) Jacke, die gefüttert sein musste. Und in der Burda 2/2012 bin ich schließlich fündig geworden:

Mit Änderungen: den trompetenförmigen Ärmel mochte ich nicht, den habe ich gerade zugeschnitten. Auch der Kragen hat mir nicht gefallen, und weil ich doch meist irgend welche Tücher oder Schals trage, habe ich den Kragen einfach weggelassen. Was mich - neben dem Futter - so gereizt hat, ist die Kellerfalte im Rücken. Die mag ich bei kurzen Jacken ausgesprochen gern.

Dies ist also meine erste gefütterte Jacke. Ich hatte da manchen Knoten im Kopf und fand die Anleitung für eine nicht ganz so geübte Schneiderin jetzt nicht sooo eindeutig oder gut verständlich... aber es wird passen.

Dies ist zur Zeit der Stand der Dinge:



Damit es nicht kratzt, habeich die Ärmelsäume mit Samt verbrämt. Das gefällt mir schon mal sehr gut.

Und ausziehen werde ich die Jacke auch gern, weil man erst dann das hübsche Futter sehen kann, das hier noch unter der Jacke hervorblitzt: strahlendes Grau mit roten und weißen stilisierten Blumen.


Leider muss ich den Saum im Bereich der Falte noch einmal neu machen, weil er da zu lang geworden ist. Das ist jetzt auch nicht mehr die Welt. Aber ich war froh über die Hilfe meiner Freundin, denn allein habe ich das nicht sehen können.

Und den rückwärtigen Teil des Futters muss ich noch säumen. Ich habe die Anleitung so verstanden, dass im Bereich der Vorderteile das Futter auf der Hälfte des Jackensaumes angenäht wird, dass das Futter im Rückenteil aber nicht fixiert wird sondern separat gesäumt. Kann das sein?



Hier beim allwöchentlichen MeMadeMittwoch präsentiert heute Juli/Kirschenkind zum letzten Mal im Jahr 2013 große und kleine, dicke und dünne, alte und junge Frauen in selbstgenähten Kleidern.
Ihr sei stellvertretend für die ganze Crew gedankt, dass es diese wunderbare Einrichtung gibt, durch die ich eine Menge gelernt habe, einige ganz tolle Frauen kennengelernt habe und die mir (fast) jeden Mittwoch viel Vergnügen und Anregung bietet. Ich freu mich schon auf die Fortsetzung im nächsten Jahr!

Mittwoch, 6. November 2013

Turtleneck

Mein heutiges Outfit kennt ihr schon.
Meinen hellgrauen Pullover von hier (dieser Hut hätte ja auch gut gepasst, wo habe ich den bloß hingepackt???), den selbstgemachten Schnitt habe ich hier vorgestellt und die rote Hose ist auch schon bekannt. Diese Hose trage ich heute zum letzten Mal. Ich habe sie schon viermal nachgenäht (nach einer gut sitzenden Kaufhose), aber diese rote hier habe ich irgendwie vermurkst.
Das passiert schon mal, weil ich mich selten konsequent an Schnittmuster halte. Hier habe ich zuerst eine üppige Nahtzugabe zugegegeben. Dann war mir die Hose dann doch zu weit und ich habe zweimal an den Längsnähten etwas abgenäht - aber die Hose sitzt hinten und vorne nicht. Sie ist bei der Weite nicht einmal bequem - man sollte es nicht glauben! Genug der Verschlimmbesserung - das Teil wird aussortiert!
Ab jetzt halte ich Ausschau nach einem leuchtend roten hosentauglichen Stoff, denn eine knallrote Hose gehört einfach immer in meinen Kleiderschrank.


Bei Frau Buntekleider habe ich neulich gelernt dass man die Kragenform heute gerne turtleneck nennt. Das erinnert mich daran, dass es früher gerne klassische Pullover mit V-Ausschnitt, mit Rollkragen oder eben auch mit "Schildkröt-Kragen" gab. Das habe ich an Pullovern nie gemocht so hoch geschlossen und eng anliegend, wie das meist war. Aber "meinen" Schildkröt-Kragen trage ich gern: schön warm im Nacken, denn da habe ich keine wärmende Speckschicht, und trotzdem leicht halsfern, wie ich es vom Tragegefühl schätze. Bei diesem Pulli hier habe ich eine Art Beleg aus anthrazitfarbenem Walk gegengenäht, so dass der Kragen mehr Stand hat als bei den übrigen Pullis nach dem gleichen Schnitt. (Bei großer Kälte passt auch noch ein Tuch rein...)


Zur Demo, WIE turtleneck-mäßig der Look des Pullovers ist, hier noch ein Foto des faltigen Halses, der den Kopf aus dem schützenden Panzer heraushebt. Wenn schon, denn schon!

Nach dem Hals sehe ich zum Beispiel immer, wenn ich das Alter meiner Mitmenschen schätzen möchte. Dieser Blickt erlaubt  höhere Trefferquoten als alles andere, so meine Erfahrung. Aber in der Regel frage ich nach, wenn es mich wirklich interessiert...


Noch eine kleine Beobachtung auf dem Weg durch den Park: Herrchen wirft seinem Hund zwecks Bewegungsförderung  oder Spaß einen Ball zum Apportieren. Und zwar gemeinerweise immer Richtung Apfelbaum, wo heute Nacht das Gros der Früchte abgefallen ist. Und der Hund muss unter all den Äpfeln seinen Ball durchaus länger suchen, obwohl der knallrot und für unsere Augen weit sichtbar da liegt. Sind Hunde farbenblind? Rot-grün-blind? Muss ich glatt mal nachschlagen... (Hinweise oder Erklärungen werden aber auch gern angenommen.)

Alte und neue - auf jeden Fall selbst geschneiderte - Kleidung sehe ich mir gleich beim heutigen MMM an, den Julia unter dem Motto "bonjour tristesse" - ein Motto, mit dem ich vor 5 Tagen auch in den November gestartet bin, was aber nicht lange vorgehalten hat. Gut so!

Mittwoch, 23. November 2011

Me Made Mittwoch am 23.11.11

Mein erstes Mal - gar nicht so einfach. Um die Mittagszeit der zweite Versuch:

Dies ist der super-simple selbst "entworfene" Schnitt meines Lieblingspullovers. Pull Over im Wortsinn - passt über alles drüber. Diesmal in rotem Walk, passend zur neuen Brille und zum Wetter, denn es ist ziemlich kalt geworden bei uns.
Wenn mir etwas verspielter zumute ist, kann ich den Ausschnitt/Kragen auch mit meiner ersten, selbst gefilzten Blüte schmücken. Ansonsten ist mir der Ausschnitt diesmal etwas zu weit geraten. Er hat einen Beleg aus hellgrauem Walk, der ruhig etwas hervorblitzen darf. Und gibt einen Rahmen für Lieblingstücher...
Ich fühle mich in diesem Pullover immer pudelwohl: muckelig warm, aber eben auch ausreichend luftig... Und hier einmal die Filzarbeit im Detail. Ich mag sie so gern, weil sie auch zu Pink zu kombinieren ist.

Was die Me Made Mittwoch Damen so tragen, ist bei Catherine zu sehen - und wenn es mir jetzt noch gelingt, diesen Hinweis zu verlinken, bin ich ganz stolz!
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