Mittwoch, 31. Oktober 2012

Accessoires

Auf dem Rückweg vom Markt schlendere ich immer einmal durch unser kleinstädtisches Kaufhaus, wo die heutigen Bilder entstanden sind. Ehrlich gesagt sind mir andere Fotografinnen lieber als Selbstportraits, aber heute passt es mir dentistenbedingt nicht so recht mit meiner narkose-schiefen Schnüss unters Volk zu gehen.

Präsentieren kann ich an Selbstgemachtem:





Dies ist mein zweiter gefilzter Hut. Zur Entstehungsgeschichte könnt ihr bei Interesse am nächsten Montag nachlesen, dem Finale des Cap-Craft-Along von Miss Margarite. Orientiert habe ich mich dabei diesmal wirklich an der skizzierten Vorlage meiner Wollhändlerin - beim Erstversuch  hatte ich ja eigene (dumme) Vorstellungen davon...



Unter dem Mantel blitzt mein roter Pullover hervor, den ich schon in meinem allerersten Post vorgestellt habe. Da wollte ich noch nicht erkannt werden und habe mein Gesicht verpixelt - das hätte ich heute mit meinem schiefen Lächeln eigentlich auch machen können ... Dieser Pullover hat einen ziemlich weiten, mit einem hellgrauen Walk belegten Stehkragen, der Platz bietet für die schönsten Tücher...
 Heute  habe ich dieses Tuch um den Hals geschlungen, an dem ich im letzten Jahr so einiges ausprobiert habe - denn Stricken ist auch (noch) nicht so meine Stärke. Wenn ich mich recht erinnere, kommt dieses unterschiedliche Rippenmuster auf der rechten/linken Seite dadurch zustande, dass für die Hinreihen eine recht dicke Stricknadel, für die Rückreihe eine dünne benutz wurde, jeweils einfach *1r 1l*.
Ausprobiert habe ich auch: wie häkel ich eine Rose? Irgendwo in den Tiefen des Internet habe ich dafür eine Anleitung gesehen, die ich auch gerne weitergeben würde, aber gerade nicht finde... Ferner sind die Tuchenden geschmückt mit zwei großen Perlmutt-Knöpfen, gekontert von schwarzen Kugelknöpfen und je einem kleinen Quast.
Hm, dieser Hang zur sinnfreien Deko ist verhältnismäßig neu bei mir. Mal sehen, ob es schlimmer wird...


Auch Spitze war bisher nicht so meins. Ich probiers gerade aus und stelle fest: Gar nicht sooo doof.
Die Vorlage habe ich in einem Musterbuch für Häkelmuster und -spitzen gefunden. Ich sehe so was und überlege, wie das wohl geht. Und MUSS das einfach mal ausprobieren.
Anschließend steh ich da und habe ein graues Häkeldeckchen in der Hand - und frage mich, ob ich noch alle Tassen im Schrank habe. Was soll ICH mit einem Häkeldeckchen???
Weil ich das Deckchen doch ganz hübsch fand, habe ich flugs ein zweites gehäkelt und die Teile auf Armstulpen genäht. Und DIE sind entstanden aus einer grauen Strumpfhose, der ich im Laufe der Jahre entwachsen bin und die in der Winterstrümpfe-Schublade nur Platz weggenommen hat.
(Das mache ich jetzt übrigens mit allen Strumpfhosen, die ich aus irgendwelchen Gründen nicht mehr anziehen oder weitergeben mag/kann: Höschenteil abschneiden, Füße abschneiden und die Beinlinge weiterverarbeiten.)

Hach, schon wieder zu viel geschwätzt. Bleibt mir nur noch der Verweis auf  diese Seite, wo heute Julia präsentiert, was die anderen MMM-Damen so an selbst gefertigten Sachen tragen und wo - ein Tipp - Mema ebenfalls ihren neuen Hut vorstellt. Viel Spaß beim Stöbern!

Sonntag, 28. Oktober 2012

Familienausflug

Das schöne Wetter haben wir heute genutzt für einen "Familienausflug"  (= Hundegeschwister und -eltern)
Beim Toben der Geschwister geht gleich die Post ab. 
So sauber sind wir zum Spaziergang gestartet. 
Und wovon träumt mein Hund?

 (ohne Worte) 
Pipa gewann den heutigen 
Award einer Dreckstöle Schlammbadprinzessin!

 Und kurz darauf waren die beiden Lieblingsschwestern nicht mehr 
vom umgepflügten Acker zu unterscheiden...

Wenn Pipa gleich noch ordentlich abrieselt, hat sie Glück - sonst wird erbarmungslos geduscht!

Genießt den sonnigen Sonntag - und zieht euch für einen Spaziergang warm an, denn es ist kalt geworden!

Dienstag, 23. Oktober 2012

Cap Craft Along (3)


Der nächste Termin zum Cap Craft Along ist übermorgen, aber dann werde ich keine  Zeit haben zu posten und zu verlinken. Das werde ich nachholen - aber vielleicht findet die eine oder andere ja trotzdem schon mal her...

Heute also ein Bericht, wie ich meinen Western-Bestatter-Hut fabriziert habe. Und so sieht's gerade aus:

Fast fertig - nächste Woche gibt es hoffentlich ein Bild mit Garnitur...

Vorab: Einen Hut zu filzen ("nass filzen") ist einerseits leichter als befürchtet, andererseits schwerer als erhofft.
Und nochmal vorab: Es hat so viel Spaß gemacht, dass das nicht mein letztes selbst gefertigtes Modell war! Ich habe schon Pläne für einen weiteren Hut...

Zur Erinnerung: (im Cap Craft Along 2 beschrieben...)


Man fertigt sich nach den eigenen Kopfmaßen eine Schablone, beispielsweise aus der Plastikfolie vom Schweden, die zum Auslegen von Küchenschubladen gedacht ist. Die ist gut geeignet, weil sie eine ausreichende Festigkeit hat.

So sah meine aus - und ich weise direkt mal auf einen zwei Fehler hin, den die ich gemacht habe und den die ich beim nächsten Mal vermeiden werde: Ich habe so einen Knick an der Stelle, wo der Hut aufsitzen wird. Diesen Übergang vom Hutkörper zur Krempe kann man bei der Schablone besser begradigen.
Zweitens war falsch, dass die Schablone oben nicht abgerundet war. Sie sollte definitiv NICHT solche Ecken haben wie bei mir.


 Dann belegt man die Schablone schön gleichmäßig mit Filzwolle. Für einen Hut mit breiter Krempe braucht man etwa 120 Gramm, eher weniger. Der fertige Hut soll ja nicht zu schwer werden - Helme filzen wäre eine andere Aufgabe...

Für meinen ersten Hut habe ich die Wolle als Vlies gewählt. Das ist vielleicht etwas leichter als kardierte Wolle im Strang. Hat jedenfalls ganz gut geklappt. (Für den nächsten Hut nehme ich aber noch feinere Merinowolle im Strang. DIE Wolle wird dann in 4 ganz dünnen Lagen ausgelegt, die jeweils senkrecht zueinander orientiert sind.)

 Jetzt kommen ein paar Fotos zur Illustration der aufeinanderfolgenden Arbeitsschritte.

Links sieht man gleichmäßig ausgelegte Wolle, im rechten Bereich muss die Wolle noch etwas auseinander gezogen werden, damit es gleichmäßiger wird.

Zum Filzen braucht man später ein Kunststoff-Netz, an dem die Wolle nicht haften bleibt. Ich habe Fliegengitter für Fenster benutzt, das hatte ich noch im Haus - eignet sich prima. Man könnte auch Gardine nehmen, habe ich gehört.

 Dieses Fliegengitter habe ich provisorisch mit riesigen Büroklammern befestigt, um die ausgelegte Woll-Fläche zu wenden. (Das muss man nicht so machen, war für mich nur eine Erleichterung.)
 Die Menge an Wolle für eine Seite habe ich übrigens genau abgewogen: 50 Gramm braune Wolle und für den inneren Krempenrand 10 Gramm in grau. Dies hier ist die eine Seite des künftigen Hutes, auf den die Schablone draufgelegt wird und dann noch einmal spiegelbildlich die gleiche Menge Wolle.
 Beim Auflegen der Wolle muss man besonders drauf achten, dass am Rand der Schablone jeweils eine Lage schön = stramm um den Rand gelegt wird. Es darf nicht zu viel Material werden, weil es sonst eine Wulst gibt. Von außen nach innen  mit den Händen feststreichen.
Zwischendurch habe ich mir geholfen, indem ich alles mal mit dem Fliegengitter und Klammern fixiert habe. Eigentlich ist es nämlich ein richtiger Berg Wolle und es wird sonst etwas unübersichtlich.
Das wird gleich besser, wenn das Material leicht angefeuchtet wird.



 Jetzt wird es spannend: Die Wolle wird (durch das Netz) mit Seifenwasser angesprüht. Ich habe etwas Olivenseife (Schmierseife geht auch, aber Olivenseife ist bessere Pflege für die Hände...) in einen Wäsche- oder Blumensprüher mit warmem Wasser gegeben. Das Wasser dürfte aber auch kalt sein.
 Die Seife ist eigentlich nur ein Gleitmittel für die Hände und erleichtert das Filzen. Sie wird später ausgewaschen. Man benetzt die Wolle und drückt sie mit den Händen zusammen. Dabei macht man leichte, kreisende Bewegungen und hofft inständig, dass die Wolle doch bitte anfangen möge, aneinander zu haften.
 Tut sie irgendwann.
Am Rand der Schablone streicht man nach innen. Und drückt die Fasern durch das Netz hindurch mit streichenden, kreisenden Bewegungen zusammen. Dann wendet man das in Netz eingeschlagene Wollpaket und bearbeitet die andere Seite genauso. Mit Seifenwasser benetzen
 und immer wieder drüberstreichen. Irgendwann macht es "klick" - natürlich im übertragenen Sinne, und die Wolle bekommt Griff. Glücksgefühl!!!
Dann sieht es etwa so aus wie rechts. Jetzt kann man das Teil auch schon ohne Netz wenden und mit den Händen bearbeiten.
 Dann hat man auch schon bald den Eindruck, das Teil wird immer kleiner und der Schablone "wird es bald zu eng". Dann wird unten an der Krempe das Paket aufgeschnitten und man kann die Folie rausnehmen.
Hier sieht man, dass die Innenseite noch nicht verfilzt ist und die graue
Wolle noch kaum verbunden mit der braunen Außenseite.
Man kann den Hut jetzt wenden und die Innenseite genau so bearbeiten: mit Seifenwasser besprühen und mit den Händen drüberstreichen, bis die Wolle "packt". Danach kann man beherzter zupacken und das Teil richtig durchkneten.




 Wenn es so weit ist, hat der Filz eine hinreichende Festigkeit, dass man das Teil mal anprobieren kann.

UND DAS SOLL EIN HUT WERDEN???
Jetzt ist aber noch einige Arbeit notwendig, um das Teil "klein zu kriegen". Und das ist jetzt etwas Knochenarbeit. 
Walken geht so: Leicht anfeuchten, in Netz einschlagen, in Handtuch einschlagen und zusammenrollen. Feuchtigkeit rausdrücken.
Und das in jede Richtung!!! Mehrfach.

Dabei schrumpft die Wolle immer weiter zusammen und der Filz wird fester und fester. Und der Stumpen schrumpft und schrumpft - bis zu einer natürlichen Grenze. Man hört mit diesem Walken erst dann auf, wenn kein "Eingehen" mehr festzustellen ist - oder wenn eine Anprobe zeigt, dass bei weiterem Walken der Hut zu eng würde. Auch wenn die Arme lahm werden bei der ungewohnten Arbeit - diesen Bearbeitungsschritt kann man nicht groß unterbrechen. Sobald man nass arbeitet, muss man bis zum Ende durchhalten. (Frau Z. hat vorausgesagt, das dauere etwa 1 1/2 Stunden - bei mir hat es länger gedauert.)

Und das ist solche Knochenarbeit, dass ich keine Fotos davon schießen konnte. Deshalb hier etwas mehr Prosa...

Dann kommt der vorletzte Schritt: Die Seife wird gründlich ausgewaschen. Gründlich. (Sonst gibt es weiße Ränder von der Seife und sonst schäumt es irgendwann, wenn man in den Regen kommt.) Anschließend wird der Stumpen getrocknet. Darf man sogar auf der Heizung. Bei mir war noch keine Heizung an, deshalb habe ich erst mal einen Spaziergang mit dem Hund gemacht. 
Und danach das Bügeleisen angeheizt. Und die Krempe plattgebügelt. Und dabei breiter und breiter gezogen. Das ging ganz leicht und hat Spaß gemacht! (Die Höhe war leider nicht mehr zu reduzieren. Hab ich halt eine Art Zylinder.) Et voilà -

In Ermangelung eines Holzkopfs, den eine Modistin jetzt nutzen würde, habe ich die Form über dem Porzellantopf (links hinter dem Hut) ausgearbeitet. Den oberen Rand habe ich mit den Fingern gekniffelt. und die Krempe gebügelt. (Rechts hinter dem Hut der Rest Seifenwasser im Sprüher) . 
In der nächsten Ausgabe zeige ich noch, wie ich eine "Garnitur" zufüge um die Höhe optisch etwas zu reduzieren, ob ich evtl. noch ein Schweißband einnähen muss/will - und wie ich die Schablone für die kommenden Hüte abändere...

Und hier bei Miss Margerite könnt ihr die anderen Kopfbedeckungen  bewundern... ähem, das kommt, wie eingangs gesagt, erst später... das habe ich auch aus der Ferne geschafft zu verlinken - ich lern dazu *freu*

Donnerstag, 18. Oktober 2012

Stick-Inspiration

Auf Wunsch von Immi zeige ich hier einmal gerne, wie und warum ich den am MMMittwoch gezeigten Schal bestickt habe.
Es geht hierum:

Rechts oben seht ihr meinen grau-grauen Schal mit Paisleymuster (bei Kunstlicht aufgenommen - das Hintergrundbild zeigt die echten Farben). Unten sind Vorder- und Rückseite vergrößert und man kann erkennen, dass ich ein Element in unterschiedlchen Farben nachgestickt habe.

Und zwar mit einem Kettelstich, das ist die Nummer 2 auf dem folgenden Foto:


Und wie ich drauf gekommen bin, muss ich auch noch kurz erzählen. Kennt ihr so was? Bisher nur aus der Presse und neulich in Wuppertal auf dem Laurentiusplatz entdeckt: ein offener Bücherschrank. Da musste ich gleich mal neugierig nachsehen, wie das so organisiert ist - und was entdecke ich unten links? Ein Handarbeitsbuch aus von 1970. Man sieht, Eulen waren schon mal modern - es kommt alles wieder, wie schon meine Mutter zu sagen pflegte.





Und das Buch fand ich so inspirierend, dass ich ein paar Fotos auch zeigen möchte - für mich sind es ganz witzige Erinnerungen an meine Jugend.
Unten die Kissenmotive sind ja schon nett, aber ist die Präsentation nicht der Knaller? Züchtig geschlossenen Mädchenbeine in roten Schuhen auf dem Fußboden ausgestreckt - neben einer Langspielplatte (das ist die große schwarze Vinylscheibe, die der übliche Tonträger vor CDs und MP3-Playern war.)


Tischläufer waren ganz aktuell und gerne auch Tischdecken im Dekor der damals üblichen Steingutt-Services. Es gab aber auch Ideen für "Teens und Twens", nämlich dem Zeitgeist entsprechend: bestickte Gitarrenbänder ! Wie gut, dass mein Liebster damals Schlagzeug und Keyboards spielte. Diese Instrumente benötigten so was  nicht.

Jedenfalls hat mir das Buch so viel Spaß gemacht, dass ich mich daran gemacht habe, eine Idee umzusetzen, die mir immer wieder gekommen ist, wenn mir beim Aufräumen das Stickgarn in die Hände fiel. Der Himmel weiß, von wem ich das mal geerbt habe...
Mein Schal jedenfalls ist jetzt unverwechselbar.

Mittwoch, 17. Oktober 2012

the untertaker

Bewährungsprobe bestanden: Heute hat es geregnet und ich habe meinen ersten selbstgefilzten Hut probegetragen: Wasserprobe bestanden!


Wenn ihr mögt, könnt ihr beim Begutachen mal hören, welche Assoziationen ich mit dem seltsamen Erscheinungsbild verbinde (Carol King, Smackwater Jack): Ich finde, ich sehe aus wie ein Bestatter in einem alten Western!




Zur Entstehungsgeschichte des Hutes könnt ihr bei Interesse im nächsten cap-craft-along nachlesen, da wird es eine Foto-Anleitung geben. Zeigen wollte ich nur noch kurz, wie ich meinen grau-grauen Paisley-Schal individualisiert habe: eins der Muster einfach in Grün- und Türkistönen nachgestickt. Fällt  kaum auf, ist aber ein nettes Detail...
Ansonsten trage ich nur schon mehrfach gezeigte Klamotten unter dem alten Trench meines Mannes, der diesen Bestatter-Look so schön unterstreicht...

Bei Meike - heute in leuchtendem Rot (klasse!) seht ihr, was die MMM-Frauen heute so tragen - viel Spaß dabei!

Montag, 15. Oktober 2012

Cap Craft Along (2)

Welches Modell wird mein Cap?
So also soll mein Hut im Prinzip aussehen:


Dieses Modell habe ich schon im letzten Winter gern getragen. Besonders gern, wenn ich bewundernde Blicke anderer Frauen sehen konnte - ich bin ja doch etwas eitel! Der Hut passt perfekt zu mir. Anthrazit ist mein Schwarz, die breite Krempe ist gut gegen Schneeflocken oder Regentropfen auf der Brille und das Design gefällt mir, weil es gradlinig und etwas ausgefallen ist - jedenfalls habe ich einen solchen Hut sonst noch nie gesehen. So was mag ich einfach.

Material beschaffe ich bei Frau Z. in unserem Städtchen. Die steckt gerade in der Produktion der entzückendsten Deko-Teile aus Filz, ich denke mal, schon fürs Weihnachtsgeschäft.  In ihre Kurse reinkommen zu wollen ist im Prinzip simpel, in der Praxis aber gar nicht so einfach, weil die im Januar fürs ganze Jahr schon ausgebucht sind...
Bei ihr habe ich auch nochmal Tipps für die praktische Umsetzung meines Vorhabens bekommen. Und sie hat mir angeboten, falls ich nicht weiterkomme, mit meinem guten Stück "vorzusprechen", denn Ferndiagnosen seien bei Schwierigkeiten nicht so einfach. Ich finde es immer wunderbar, wenn jemand mit eigenen Kenntnissen und Fertigkeiten einer Anfängerin hilfreich zur Seite steht. (Weshalb ich auch den Austausch über die Blogs inzwischen so liebe - danke dafür!)

Ihre Info: bei "feiner Wolle" brauche ich für einen Hut mit Krempe 120 Gramm. Der Einlauffaktor liegt dabei bei 40%. Also solle ich mir eine Schablone machen, die 40% größer ist als der fertige Hut, dann komme das schon hin. Sorgfältiges Auslegen der Wolle dauere etwa eine Stunde, das Nassfilzen und Walken anschließend etwa 11/2 Stunden - das muss man dann in einem Rutsch machen, bis der Hut die gewünschte Größe erreicht hat. Dann wird die Seife ausgewaschen und der Stumpen getrocknet. Und last but not least erfordere die Ausarbeitung durch Ziehen und Bügeln etc. auch noch seine Zeit. Sollte das klappen, geht das viel schneller, als ich bisher gedanklich veranschlagt habe - wär ja nicht schlecht.

Farblich passen soll der Hut zu diesen Matsch-Stiefeln, die ich auf meinen Hundespaziergängen bei nassem Herbst- und Winterwetter meist trage. Also mal braun. Zu diesen Schuhen passt nämlich sonst bisher fast gar nichts von meiner Garderobe.  (Ich hätte sie damals gern in schwarz mit schwarzweiß gemustertem Schaft und rotem Futter gekauft, was für mich perfekt gewesen wäre, allein die gab es nicht in meiner Größe - also muss jetzt ein passender Hut her!) Ich werde mal probieren, die Unterseite der Krempe aus heller Wolle zu machen. Ob grau oder rosa ist noch nicht ganz entschieden. Eher wohl grau.


Jetzt bastel ich mir erst mal eine Schablone nach dieser Konstruktionszeichnung von Frau Z.:



Wichtigstes Maß ist der Kopfumfang, bei mir 56cm, Breite der Schablone an der Stelle, wo der Hut aufsitzt, also 28cm + 40% = 39,2cm. 
Von diesem Punkt gemessen bis zur Mitte des Hutes sollen 18 cm sein, das Maß für die Schablone also 25,2cm.
Und für die Krempe rechne ich mit 11,2 cm, weil die fertig 8 cm breit werden soll.



Die Schablone habe ich ausgeschnitten aus einer Folie, die ein großes schwedisches Möbelhaus zum Auslegen von Küchenschubladen anbietet. Die ist ausreichend stabil und ganz leicht genoppt, was beim Filzen hilft...

Und das ist die Wolle, die ich letztendlich mitgebracht habe: 100 g in braun und 20 g in hellgrau für die Innenseite der Krempe. (Das eine rosa war mir etwas zu lieblich, das andere zu pink. Also grau, wie ich es mir fast gedacht habe...)

Und ehe ich mir jetzt überlege, wann ich mich an die eigentliche Arbeit mache, sehe ich mal hier bei Miss Margerite nach, wie weit die anderen so sind...


Sonntag, 14. Oktober 2012

Stoffmarkt

Was ein schöner Sonntag! Heute war auf dem Laurentiusplatz Stoffmarkt - und ich war mit zwei Freundinnen da zum Stöbern...



Ich habe mich sehr beherrscht, weil ich EIGENTLICH genügend Stoffe im Schrank (und im anderen Schrank und in Kisten und... ) habe - aber keine 2,70 m leichten Walk in einer anderen Farbe als den Standard-Anthrazit, zu dem ich so gerne greife...

Aber JETZT! Jippiejeeeehhh!

(Alles, was ich verschieben kann, wird erst mal  verschoben, damit ich mich an die Nähmaschine setzen kann. Deshalb in aller Kürze:)

Allen einen guten Start in die neue Woche!

Donnerstag, 11. Oktober 2012

Pfand-Tasche


Einkaufstüten aus Plastik sind die Pest - das ist ja keine neue Erkenntnis. Jedes Schulkind kann inzwischen herbeten, dass das Material in 100 Jahren nicht verrottet und dass unsere Weltmeere voller Plastikmüll sind, der über die Fische in unsere Nahrungskette gelangt...

Außerdem finde ich es nicht so prickelnd, für irgendwelche Geschäfte unbezahlt Reklame zu laufen. Für die meisten würde ich das nicht mal für Geld machen.
Auch die Stofftaschen mit Werbeaufdrucken sind ja nicht wirklich angenehm. Gut, wenn man nähen kann. Dann kann man sich ja Einkaufstaschen individuell herstellen, beispielsweise die wunderschönen "Picasso-Beutel", die man bei Siebensachen zum Selbermachen finden kann und die ich so bewundere.


Aber neulich hatte meine Freundin S., die gar nicht näht, einen Einkaufsbeutel aus Stoff in Pink dabei und machte mich darauf aufmerksam, dass es die auch in MEINEM Grün gäbe.

Die Drogeriekette meines Vertrauens hat unter der Kasse neben Plastiktüten auch grüne und pinkfarbene PFAND-Beutel im Angebot! Die hätte ich ohne Hinweis nie entdeckt, weil ich ja stets ein Netz oder so was dabei habe. Pfandbeutel heißt: Ist das Teil schmuddelig, kann ich es in einen funkelnagelneuen, properen Beutel umtauschen! Oder mir das Geld zurückerstatten lassen. Ist das eine Idee?

Ich finde die Idee so gut, dass ich glatt Reklame laufe - auf dem Henkel, der eine günstige Länge hat, ist farblich passend und nicht furchtbar aufdringlich aufgedruckt, wo ich bisweilen einkaufe. Einkaufsbeutel in meinem Lieblingsfarbton - das macht mir den Laden noch sympathischer... (In Pink habe ich sie mir vorsichtshalber gleich auch mal mitgenommen, könnte ja sein, dass Pink mal besser zur Garderobe passt.)

Nachtrag: Seht doch mal, was Susanne/Januarkleider im Kommentar noch dazu schreibt - spannende Info!

Mittwoch, 10. Oktober 2012

Goldener Oktober

Kurzer Gruß an alle MMM-Frauen!


Nichts Neues heute, aber einiges in Planung bzw. Vorbereitung...

Das grüne Shirt kennt ihr schon beispielsweise von hier oder hier und mir ist gerade aufgefallen, dass die Farbwahl bei meinen Überziehern sehr vom Wetter abhängt. Bei Sonnenschein greife ich gern zu Farben, bei trübem Himmel eher zu Grau wie hier.
Diese Assoziation hatte ich schon früher mal und immer wieder: dass in südlichen Ländern mit viel Sonne - Beispiel Indien - die (Mode-)Welt einfach farbenfroher ist als in nördlichen, weniger sonnigen Gefilden - Beispiel Schottland - wo gedeckte Farbtöne vorherrschen.

Wie wunderbar, dass ich mich an keinen Dress-Code halten muss  und je nach Laune mal Ton in Ton und edel, aber auch mal fröhlich bunt daherkommen kann.

Wie es die anderen MMM-Frauen halten, könnt ihr heute bei Melleni sehen.

Liebe Grüße an alle, die hereinschauen!

Dienstag, 9. Oktober 2012

Autumn Leaves


... von Stanley Jordan auf zwei Gitarren gleichzeitig - jetzt lebe ich schon 40 Jahre mit Musikern zusammen, aber so was habe ich noch nie gehört!


Viel Vergnügen beim Anhören!

Montag, 8. Oktober 2012

Cap-Craft-Along (1)




Miss Margerites   cap-craft-alongwar für mich DIE gute Idee des Monats, denn ich möchte seit letztem Winter schon einen Hut machen. Und vielleicht klappt es ja mit dem Zeitdruck im Nacken, mal sehen.


Nein, nicht diesen wollte ich machen - das kann ich gar nicht, denn das ist schon hohe Putzmacher-Kunst! Aber den hätte ich FAST gekauft, aber es ist eigentlich nicht so mein Stil. Allerdings war ich überrascht, dass er mir steht - hätte ich gar nicht gedacht. Ich zeige ihn nur, weil ich ihn so schön finde weil ich ein Foto zum Verlinken haben wollte...


Heute sind Wünsche und Anregungen gefragt. Also:

Wie soll mein Cap aussehen?
Natürlich GUT! Rundes Kopfteil, breitere Krempe. Cleanes Design, viel maskuliner als oben. Passende Farben - vielleicht passend zu meinen Hunde-Spaziergang-Matsch-Stiefeln. Mützen oder Kappen o.ä. haben sich bei mir im Laufe der Jahre in allen möglichen Farben und Formen angesammelt, da habe ich nicht so den dringenden Bedarf. Mich gelüstet es nach Hüten! Also definitive Entscheidung: es soll ein Hut sein.

Stricken, nähen, häkeln oder filzen? Tja, das ist die Frage. Strickfilzen wäre nicht dumm, weil ich ein Design im Auge habe, was sich mit dieser Technik leicht realisieren ließe. Naja, relativ leicht. Denn ich habe einen Strickfilz-Hut schon einmal probiert und bin damit gescheitert. Das ist irgendwie ein doofer Topf-Hut geworden. Da wollte ich mir bei der Ausarbeitung aber auch gar keine Mühe mehr geben, weil ich zu einer braunmelierten Filzwolle gegriffen hatte, die im Ergebnis sehr  unattraktiv wirkte. Schade, aber das war nur noch was für den Müll. Nach dieser Erfahrung habe ich also Nassfilzen ins Auge gefasst. Und zum Kennenlernen der Technik im letzten Winter bei befreundeten Filzerinnen schon mal erste Erfahrungen mit Blumen und Täschchen gemacht. (Wofür ich im Alltag aber wenig Verwendung habe...)

Ein Hut als erstes, wirkliches Filzobjekt ist schon sehr ambitioniert, das ist mir bewusst. Ich werde sicherlich nicht verzweifeln, wenn es daneben gehen sollte - aber ich tu jetzt alles dafür, dass ich meinen Wunschhut auch tragen kann. Drückt mir gerne die Daumen!
(Als Erstes mache ich mich mal an eine Filzprobe, um den Schrumpffaktor der Wolle zu ermitteln. Die Wolle liegt in der richtigen Qualität nämlich schon in einer Schublade. Ob es die richtige Farbe ist, muss ich erst noch entscheiden...)


Mittwoch, 3. Oktober 2012

alt und bewährt

Heute hat meine liebe Freundin G. uns zum Schmausen eingeladen.



Zu diesem Anlass greift die gewitzte Genießerin kleidungstechnisch zu Altem und Bewährtem:

Zum Schlemmen bietet sich einfach ein weiter Überzieher an, der das Genießen auch ohne zu zwicken ermöglicht. Im Sommer trage ich diese Teile solo, wenn es kälter wird, gerne mit einem Shirt oder Pulli drunter.
Grau in Grau - dem Wetter angepasst. Ästhetik der alten Frauen... (Nicht so ernst gemeint, ich trage diese Teile ja auch in leuchtendem Grün, wie man im Sommer sehen konnte.)





Ich hoffe, ihr hattet einen so angenehmen Feiertag wie ich - und jetzt gehe ich mal gucken, was die anderen MMM-Mädels heute so getragen haben.

Bis Samstag in Köln oder bis Mittwoch im Internet!
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