Mittwoch, 23. Dezember 2015

Zeit haben

Alles hat seine Zeit * - dieser Mantel hat seine Zeit hinter sich. Wider Erwarten ziehe ich ihn kaum über, ganz anders als das anthrazitfarbene Vorbild. Für den Stoff habe ich neue Pläne und freue mich, dass so große, unzerschnittene Stücke vorhanden sind.


* Alles hat seine Zeit mag ja stimmen. Aber heute stelle ich fest: alles aber nicht alle scheinen Zeit zu haben. Wie hat man auch Zeit? Haben. Hm. Kann man sich Zeit nicht nur nehmen? Ich nehme mir jetzt Zeit zum Bloggen und zum Klugscheißen. So was hat man doch nicht, oder?

Oder man kann Zeit schenken. Habe ich heute schon den ganzen Morgen gemacht: Einen Linksabbieger abbiegen lassen, damit der Verkehr wieder rollen kann. Mehrere Passanten die Straße queren lassen ohne sie anzuhupen. Die Dame, die mir in der Schlange an der Kasse den Einkaufswagen in die Hacken geschoben hat, habe ich vorgelassen. Vielleicht gingen bei ihr die Wehen los, vielleicht brennt zuhause die Weihnachtsgans an, was weiß ich - sie schien es SEHR eilig zu haben.

Ich glaube an Tagen wie heute tut alles gut, was die allgemeine Hysterie ins Leere laufen lässt. Dafür nehm ich mir weiterhin die Zeit...

Nehmt euch die Zeit für friedliche und fröhliche Weihnachtstage - und noch einen ausgiebigen Blick in die Runde gut gekleideter und gut gelaunter Frauen beim memademittwoch, allen voran Lucy in einer aufwändigen neuen Strickjacke - meine Bewunderung!

Mittwoch, 16. Dezember 2015

Oldie but Goodie

Wieder mal dabei - ich freu mich, dass das klappt. Der MeMadeMittwoch ist eine sooo inspirierende Aktion, ich freu mich (fast) jede Woche dran. Danke liebe Organisatorinnen!





Dieser Pullover ist nun wirklich mein Allzeit-Favorit. Und ich fürchte, ich muss ihn bald mal ersetzen. Diese Walkqualität war für mich einfach perfekt: schön warm, nicht kaum kratzig und in einem universell einsetzbaren Farbton - aber nun werden die Ärmel am Ellenbogen schon etwas fadenscheinig. Irgendwo in den Tiefen meiner Schränke und Truhen könnte noch ein kleiner Stoffrest sein - vielleicht bekomme ich ja noch ein unauffälliges Paar Patches hin. Drückt bitte mal die Daumen fürs Suchen. (Den Hosenschnitt habe ich von einer Kaufhose abgekupfert und auch schon mehrfach verwendet, z.B. für eine weiße Cordhose.)

Ich sehe gerade: Im Februar habe ich die gleiche Kombination getragen, allerdings hatte ich da den Pullover (kurzfristig) mit Paillettenstoff aufgehübscht. Und schon vor zwei Jahren habe ich demonstriert, dass man in der Kombi durchaus Frühsport treiben könnte...
komisch - der Filz ist
im Original leuchtend rot
und der Walk
anthrazitfarben...


Aktuell bringe ich etwas Farbe in mein Outfit, indem ich passend zu meinen bunten Brillenbügeln eine Deko aufknöpfe. Hierzu habe ich in dicken Filz oder in Walk einfach einen Schlitz = Knopfloch geschnitten. Und auf den Pullover mitten auf die Brust einen Hornknopf genäht...  (Im Sommer hatte ich solche "Unterknöpfscheiben" passend zu einer Jacke aus Leinen und Seide gebastelt. Dafür hatte ich kleine Quadrate miteinander verstürzt und mit einem richtigen Knopfloch versehen. Da hatte ich sogar eine Art Wendeschmuck, der unter großen Perlmuttknöpfen hübsch aussieht. Fotos müsste ich noch davon machen...)

Allen eine schöne, möglichst entspannte letzte Advent-Woche!
(Und ich probiere jetzt mal, ob ich das Logo zur diesjährigen Spendenaktion in meine Seite eingebunden bekomme - oder doch erst mal stöbern?!?, was es für modische Inspirationen gibt...)


Mittwoch, 4. November 2015

Man kommt ja zu nix...

... wenn das Leben so tobt. Auch mal schön! Jedenfalls komme ich gerade nicht zum Bloggen. Ich freu mich aber, dass es diesen Mittwoch mal klappt. Ich kann sogar wieder mal was Neues präsentieren. Voilà:


Dies ist mitnichten ein feines Stöffchen, das des Anschnitts harrt - das ist alles schon passiert! Allerdings musste der Stoff ähnlich gefaltet 1-2-3-x Jahre im Schrank lagern.

Ursprünglich wollte ich mir solch einen Pullover draus nähen, ebenfalls mit der anthrazitfarbenen Abseite nach außen. Allerdings hätten da die Streifen zu wenig "geblitzt".
Dann habe ich länger an einem Jackenschnitt rumüberlegt und bei jedem Auf- und Umräumen den Wollstoff liebevoll gestreichelt.




Und kürzlich hatte ich die Erleuchtung: Allüberall sehe ich Ponchos und Überwürfe und Riesentücher UND der/das meine, den/das ich die letzten Jahre gern und häufig und in vielen Kombinationen getragen habe ist einfach abgeliebt. Also habe ich beherzt die Schere angesetzt, den Stoff bis zur Hälfte eingeschnitten, das Halsloch frei Hand und die Ecken mit Hilfe eines Desserttellers gerundet und alle Kanten mit der Overlockmaschine versäubert.



Und das Schönste: Dieser Schal lässt sich wenden. Ich glaube, das ist eine sehr gute Wollqualität, so dass ich hoffe, wieder jahrelang etwas davon zu haben. Genau meins!

Meist werfe ich den Schal nur so über - bei großer Kälte auch über den Mantel - aber man kann sich auch richtig schön einkuscheln.


Die Farbe ist übrigens Anthrazit/Hellgrau, nicht etwa braun, wie es die Tragefotos vermuten lassen. Ich will ja nicht über Sonnenschein meckern - aber es verfälscht schon sehr und die scharfen Schatten sind auch nicht gerade schmeichelhaft.









Eine sonnige Woche wünsche ich allen - und hier geht es wieder zum MeMadeMittwoch, der heute eigentlich unter dem Motto "Jeans" steht. Tja, Jeans habe ich fast 40 Jahre lang so gut wie täglich getragen - irgendwann ist mal gut. Ich hab keine mehr. Wahrscheinlich bekomme ich auch keine mehr. Da müsst ihr woanders gucken...

Mittwoch, 23. September 2015

Egg-Shape-Mantel

Selten so geschwitzt beim Nähen. Eigentlich sollte der Mantel schon zwei Wochen fertig sein, aber da ging so unerwartet viel schief. Nicht wirklich, sondern einfach nur nicht so einfach, wie ich mir das gedacht hatte. Mehrfach habe ich gedacht "Hätte ich doch auf den Winterjacken-Sew-Along gewartet!"
Dreimal war ich drauf und dran, ein Jammer-Post zu schreiben, um mir Trost und Rat zu erbitten. Aber dann habe ich es doch geschafft - hurra!

Als ich jung und schön war, hatte ich mal einen heiß geliebten eiförmig geschnittenen Mantel, nur hieß das damals nicht egg shape. In der Burda hatte ich zwei Schnitte entdeckt, die mir beide gut gefallen haben, nämlich diesen, bei dem ich allerdings auf den Kragen verzichtet hätte. (Diesen Schnitt dagegen fand ich ganz blöd - solch einen Kragen wollte ich auf keinen Fall, die Rückenpartie fand ich nicht harmonisch - nur die Taschenlösung hat mir gut gefallen.)

Entschieden habe ich mich dann für diesen gemäßigten Schnitt, weil mir die Linienführung mit dem leicht eingestellten Saum und die angeschnittene Schulterpasse gut gefiel. Und weil er diese in der Quernaht untergebrachten Taschen hat. Kragenlos ist prima für mich, weil dann meine Liebe zu Tüchern und Schals nicht mit einem Kragen kollidiert.  Et voilá:















Leider bin ich nicht ganz so zufrieden. Ich war mir lange unschlüssig, welche Größe ich überhaupt zuschneiden soll. Ich habe mich für 44 entschieden, weil ich dachte, dass der Mantel, wenn schon weit geschnitten,  oben um die Schultern gut sitzen muss. Um die Mitte ist es ja schön figurumspielend (für mich und meine Negativ-Taille) und ein erstes Ausmessen am Schnitt hat ergeben: Da pass ich rein.
Nicht so schön finde ich die Ärmel. Das Foto in der Burda hätte mich ja schon belehren können, dass sie überlang sind, aber zusätzlich fallen sie auch noch so bollerig. Kürzen allein wird den Mangel nicht beheben. Hm, muss wohl so sein.
Und beim Tragen zeigt sich, dass die Taschen etwas zu tief konstruiert sind, um bequem zu sein. Optisch noch ok, aber Hände-in-die-Tasche geht kaum. Schade, denn das mach ich eigentlich gern. Das ist zwar nicht ladylike, aber das bin ich ja auch nicht...

Trotz einiger Mäkeleien bin ich schon stolz auf meinen ersten richtigen, gefütterten Mantel. (Was habe ich über die flutschige Viskose geflucht!). Jedenfalls macht er mir Mut, mich nochmal an ein solches Projekt zu wagen. Das ist ja doch eine andere Nummer als meine simplen Kleider- und Shirtschnitte.

Mal sehen, wie inspirierend die anderen Frauen heute beim MeMadeMittwoch gekleidet sind. Auf den ersten Blick habe ich schon zwei Mäntel gesehen, die mir gefallen könnten...

Sonntag, 9. August 2015

Wenn Susi erkältet ist...




... aber sonst ganz frisch und munter, hat Mutti nichts zu lachen! Pausenlos erschallen Wünsche und selbstverständlich müssen alle Spielsachen, ringsum verteilt, greifbar sein.


Wir raten solcherart erschöpften Mutti zu einem Wandteppich, auf dem nebeneinander große Taschen aufgesetzt sind und der auch in gesunden Tagen Susis Favoriten beherbergt.

Als Material eignet sich Baststoff oder ein lustig gemusterter Waschstoff. In die großen Mittelfächer, die durch Hochklappen und Absteppen des unteren Stoffteiles oder als Extrastreifen entstehen, werden Bilderbücher, Zeichenhefte, Puppen, Teddybär gesteckt. Darauf werden noch kleine Taschen gesteppt, in denen Taschentuch, Servietten, Farbstifte, kleines Spielzeug usw. in Griffnähe bleiben.

Diese nette Nähanleitung auf der Rückseite eines Kalenderblattes fiel mir neulich in die Hände und erinnerte mich an den Wandvorhang über dem Kinderbett in meinem Elternhaus. Auf den hatte meine Mutter eine Eisenbahn appliziert, in deren Waggons Bilderbücher, Zeichenhefte etc. - siehe oben - Platz fanden. In der Lokomotive war der Schnuller, wenn ich mich recht erinnere.

Das Kalenderblatt lag gefaltet in diesem Geschenk meine 96jährigen Tante, die mir das Buch  mit dem Hinweis überreichte, dass sie ja "eigentlich genug anzuziehen habe und jetzt nicht mehr so viel nähe". Was hab ich ein Glück gehabt!


Dieses 1966 herausgegebene Handbuch ist schon vorher unter dem Titel BEYER - SCHNEIDERE SELBST erschienen und hat sicherlich zahllosen Ratsuchenden Hilfestellung gegeben. Neben gut gemeinten, nicht mehr ganz so aktuellen Tipps á la "Daß der Teppich umgeschlagen wird, ist selbstverständlich, die die hineingetretenen Fusseln muß man später mit der Hand absuchen."gibt es Verarbeitungstipps für nahezu alle Ausschnitt- und Schlitzformen, Säume, Bundverarbeitungen, Versäuberungen, Zuschneideregeln etc. Wenn ich jetzt eine Frage habe, sehe ich erst mal nicht ins Internet, sondern ins Inhaltsverzeichnis dieses Buches, denn hier finde ich bisher alles verständlich erklärt und gut bebildert.




Autorin oder wahrscheinlich eher Herausgeberin ist Lieselotte Kunder, erschienen ist das Buch im Herder-Verlag Freiburg 1966. Ich habe die Lizenzausgabe für die Mitglieder des Deutschen Bücherbundes - das heißt für mich, dass dieses Werk wahrscheinlich einmal eine hohe Verbreitung hatte. Falls ihr es antiquarisch - oder bei alten Tanten im Bücherregal - irgendwo seht: ich kann es sehr empfehlen!

Mittwoch, 29. Juli 2015

Koffer packen

Zum letzten MMM vor den Sommerferien ist angefragt, was wir so in den Koffer packen würden, ginge es jetzt in den Urlaub. Die Hose, die ich heute trage - übrigens doch gekürzt gegenüber der ersten Vorstellung - würde ich wohl mitnehmen und auf der Fahrt tragen. Der Stoff ist leicht gecrasht und da sowieso leicht knittrig: so gut wie knitterfrei. Gut für die Reise. Der Schnitt ist mir sehr bequem, was mir nicht nur im Alltag wichtig ist.


Eine weitere Hose nach dem gleichen Schnitt aus knitterfreiem Jersey käme in den Koffer, zusammen mit einem Stapel meiner bewährten T-förmigen Oberteile aus Webstoffen. Die trage ich gern und die lassen sich perfekt zusammenfalten, so dass sie ordentlich aus dem Koffer entnommen werden können.


Dazu käme ein Stapel Kleider - ja ihr hört / lest richtig: Die Kleider nach "meinem" Schnitt lassen sich ebenfalls prima falten und stapeln. (Früher hatte ich im Urlaub immer zwei Jeans und einen Stapel T-Shirts im Gepäck, weil die normalerweise getragenen Hemdblusen beim Packen immer so sehr litten, dass sie meinen Ansprüchen nicht genügten...)

Auf jeden Fall dabei wäre mein kleines Schwarzes, da universell einsetzbar, aber auch die afrikanischen Prints müssten in den Koffer, weil die mich im Moment am meisten begeistern.


Ich bin sicher, ich würde meinen Koffer genau mit den Teilen bestücken, die ich aktuell gern trage. Da ich zur Zeit nicht in Urlaub fahre, trage ich meine Urlaubskleider jetzt mal nicht aus dem Koffer, sondern aus dem Kleiderschrank.

Allen, die in Urlaub fahren, wünsche ich eine tolle Zeit und viele neue Eindrücke, allen die daheim bleiben ebenfalls eine tolle Zeit, bis zum nächsten MMM, wenn wir uns nach den Sommerferien wiedersehen. Und ich mach mich jetzt auf die Suche nach  einem Mantelschnitt ähnlich Wiebkes Mantel, den sie heute zusammen mit der Kofferparade vorstellt. So einen könnte ich mir auch gut für mich vorstellen...

Mittwoch, 22. Juli 2015

bedeckt

Wenn ich nicht denke, sondern nur meinem Bauch vertraue, geife ich bei Sonnenschein zu bunten Kleidern, bei bedecktem Himmel  zu Grau.
Ratet, wie bei uns das Wetter ist!


So komme ich mit kleinen Einkäufen vom Markt zurück. Wie man erkennen kann, ist der Himmel grau-grau gestreift mit schwarzen Wolken.

Ich mag das Shirt trotzdem: Es ist aus Webware, schmiegt sich deswegen nicht so sehr an meine Rundungen, was ich zu schätzen weiß und ich trage es auch bei Sonnenschein. Wenn man auf meinem Blog unter dem Stichwort "Shirt" blättert, sieht man es in allen möglichen Variationen. Irgendwo hatte ich auch den Schnitt mal präsentiert, aber das konnte ich nicht finden. Nicht schlimm, denn die meisten nähen ja viel figurbetonter...
Die Hose ist meine Kordhose von vor zwei Jahren, deren Rüsche doch keinen Trend gesettet hat. Habe ich auch nicht erwartet, aber ich finde sie trotzdem ganz witzig.

Gleich geh ich mal beim MMM gucken, ob die anderen selbst schneidernden Frauen farbenfroher gekleidet sind - und falls die Sonne rauskommt, lass ich mich gern anstecken...

Allen eine schöne sommerliche Woche!

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